Almonty Industries sichert sich Planungssicherheit bis in die späten 2040er-Jahre. Der Wolfram-Produzent hat seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP), einer Tochter der österreichischen Plansee Group, deutlich erweitert. Am 14. Juli 2026 verkündet, betrifft die Änderung die Wolframkonzentrat-Lieferungen aus der Sangdong-Mine in Südkorea.
Längere Laufzeit, mehr Volumen, bessere Preise
Der neue Vertrag läuft nun 21 statt 15 Jahre ab dem ersten Liefertermin. Die Gesamtmenge steigt um 40 Prozent, von 3,15 Millionen auf 4,41 Millionen Metric Tonne Units (MTU). Nach der Anlaufphase garantiert Almonty eine jährliche Mindestliefermenge von 210.000 MTU.
Hinzu kommt eine Preisverbesserung von rund 6,3 Prozent auf alle kontrahierten Mengen. Das soll dem Unternehmen mindestens 30 Millionen US-Dollar zusätzlichen Jahresumsatz bringen. Über die gesamte Laufzeit von 21 Jahren summiert sich der projizierte Umsatz aus diesem einen Vertrag auf etwa 490 Millionen US-Dollar, gerechnet zu aktuellen Preisen.
Die Vereinbarung deckt rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion aus Sangdong ab. Almonty betont: Die geplante Phase-II-Erweiterung sowie andere Betriebsstätten sind davon nicht erfasst. Das lässt zusätzlichen Spielraum für künftige Verträge.
Produktion läuft an
Die Vertragserweiterung fällt zeitlich mit einem wichtigen operativen Schritt zusammen. Seit dem 1. Juli 2026 läuft die Verarbeitungsanlage in Sangdong im Testbetrieb – ein Meilenstein auf dem Weg zur vollen Phase-I-Kapazität. Firmenchef Lewis Black wertet die Vertragsänderung als Beleg für die Stärke der Partnerschaft mit GTP und für den Marktwert von Sangdongs konfliktfreiem Wolfram.
Konfliktfreies Wolfram aus einer westlich orientierten Lieferkette gewinnt an strategischer Bedeutung. China dominiert die globale Wolframproduktion seit Jahren, was Abnehmer aus Industrie und Verteidigung zunehmend nach Alternativen suchen lässt. Sangdong positioniert sich hier als eine der wenigen relevanten Quellen außerhalb Chinas.
Kurs unter Druck trotz operativer Fortschritte
Die Marktreaktion auf die operativen Erfolge fällt zuletzt verhalten aus. Die Almonty-Aktie schloss am Mittwoch bei 19,46 kanadischen Dollar, nach einem Rückgang von 25 Prozent binnen 30 Tagen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht am 17. April 2026, trennen den Titel mittlerweile mehr als 40 Prozent.
Der Blick auf die längere Frist relativiert das Bild allerdings deutlich. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer mit knapp 62 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit fast 192 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei etwa 3,75 Milliarden Euro. Ein RSI von 37 und eine annualisierte Volatilität von über 100 Prozent zeigen: Der jüngste Rücksetzer hat die Aktie in einen technisch angeschlagenen, aber nicht überverkauften Bereich geführt.
Die Diskrepanz zwischen operativem Fortschritt und Kursentwicklung wirft Fragen auf. Der frisch erweiterte GTP-Vertrag liefert Umsatzsichtbarkeit bis in die 2040er-Jahre hinein – eine Größenordnung, die viele Rohstoffproduzenten in dieser Phase ihrer Entwicklung nicht vorweisen können. Ob der Markt diese Sichtbarkeit in den kommenden Wochen stärker einpreist, dürfte auch davon abhängen, wie zügig die Sangdong-Anlage die volle Phase-I-Kapazität erreicht.
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