Almonty Industries hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 unterstrichen, warum das Unternehmen als westlicher Gegenpol zu Chinas Wolframdominanz gehandelt wird. Der Umsatz sprang um 498 Prozent auf 43 Millionen kanadische Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 17,6 Millionen Dollar.
Treiber war vor allem der Produktionsstart der Sangdong-Mine in Südkorea, die mittlerweile mit einem Erzvorrat von 139.700 Tonnen bei einem Wolframoxid-Gehalt von 0,25 Prozent operiert.
Langfristvertrag mit Global Tungsten & Powders erweitert
Kern der jüngsten Nachrichtenlage ist die Verlängerung des Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders (GTP) auf 21 Jahre. Das abgenommene Volumen steigt um 40 Prozent auf 4,41 Millionen metrische Einheiten, zugleich wurde die Preisbasis um 6,3 Prozent angehoben.
Für Almonty bedeutet das planbare Erlöse über einen sehr langen Zeitraum – ein Kontrapunkt zu den scharfen Preisschwankungen, die den Wolframmarkt zuletzt geprägt haben. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) ist der Wolframpreis zwischen Januar 2025 und April 2026 um 622 Prozent gestiegen.
Diese Preisdynamik trifft auf eine sich verschärfende geopolitische Gemengelage. Ab dem 27. August 2026 gilt in den USA eine neue Vorschrift des Bureau of Industry and Security, wonach Wolframschrott für ein Jahr vollständig inländischen Käufern vorbehalten bleibt.
Ab dem 1. Januar 2027 dürfen zudem US-Verteidigungsbeschaffer kein Wolfram mehr aus China, Russland, dem Iran oder Nordkorea beziehen. Für ein Unternehmen wie Almonty, dessen Produktion außerhalb Chinas liegt, öffnet das zusätzliche Absatzkanäle in einem Markt, der laut The Business Research Company von 6,66 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 9,62 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen soll.
Bilanz und Kapitalmaßnahmen im Blick der Anleger
Nach der im Juli 2026 begebenen Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar verfügt Almonty über eine Kassenposition von rund 1,2 Milliarden kanadischen Dollar. Diese Liquidität nutzt das Unternehmen auch für Kapitalrückführungen: Ab dem 24. August 2026 startet ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 14,4 Millionen Aktien beziehungsweise 300 Millionen US-Dollar.
Der breitere Wolframmarkt liefert weitere Hinweise auf die strukturelle Verschiebung weg von China. Die südkoreanische Sangdong-Mine soll laut Korea Times künftig eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der Halbleiterindustrie mit nicht-chinesischem Wolfram spielen – ein Segment, in dem China bereits Exportkontrollen auf Ammoniumparawolframat und Wolframoxid verhängt hat.
Parallel dazu meldete der Zulieferer Elmet Group für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 35,2 Prozent auf 66,4 Millionen US-Dollar, mit einem Auftragsbestand von 131,5 Millionen US-Dollar – ein weiteres Indiz für die Nachfragedynamik in der Branche, von der auch Almonty profitiert.
Analysten von Simply Wall St verweisen zugleich auf eine hohe Insider-Beteiligung bei Almonty als positives Signal, warnen aber vor Risiken durch mögliche Insiderverkäufe, Verwässerungseffekte und ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Für Anleger bleibt die Kombination aus langfristig gesicherten Lieferverträgen, wachsendem Marktumfeld und aktiver Kapitalallokation der zentrale Anknüpfungspunkt für die weitere Bewertung des Unternehmens.
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