UBS hat das Kursziel für die Allianz-Aktie von 430 auf 450 Euro angehoben, die Einstufung aber bei „Neutral“ belassen. Die Schweizer Bank begründet den Schritt mit den Rekordgewinnen des Versicherers, sieht das künftige Wachstum jedoch bereits weitgehend im Kurs eingepreist. Für Anleger bedeutet das: Trotz starker operativer Entwicklung bleibt das kurzfristige Potenzial nach Einschätzung von UBS begrenzt.
Die Allianz war zuletzt mit Rekordzahlen aufgefallen. Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern nach eigenen Angaben Rekordgewinne, das Asset Management verwaltet mittlerweile ein Rekordvolumen von 2,16 Billionen Euro an Drittvermögen.
Die Solvency-II-Quote liegt bei 225 Prozent und signalisiert eine komfortable Kapitalausstattung. Zusätzlich hat die Allianz die Übernahme von UOB Asset Management in Südostasien vermeldet, ein Schritt, der die Vermögensverwaltungssparte in der Region stärken soll.
Bewertung nimmt Wachstum vorweg
Genau an diesem Punkt setzt die Kritik von UBS an: Die Analysten sehen die Aktie inzwischen so bewertet, dass künftiges Wachstum bereits eingepreist ist. Mit dem neuen Kursziel von 450 Euro bleibt nach Einschätzung der Bank nur noch wenig Spielraum nach oben.
Der Kurs notiert an der Börse zuletzt bei 441,60 Euro und damit rund 1,5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass sich die Aktie in einem stabilen Aufwärtstrend bewegt, ohne dass sich neue Dynamik andeutet.
Die Zurückhaltung von UBS steht im Kontrast zur Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate: Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 13 Prozent zugelegt. Diese Entwicklung spiegelt die operative Stärke des Konzerns wider, macht aber zugleich verständlich, warum Analysten bei der Bewertung vorsichtiger werden. Wer auf weiteres kurzfristiges Kurspotenzial setzt, muss sich laut UBS auf überschaubare Zugewinne einstellen.
Internationales Wachstum als zweite Säule
Neben dem Kerngeschäft in Europa liefert auch das internationale Geschäft Impulse. In Malaysia feiert die Allianz-Tochter in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen im Markt und hat sich in der Sachversicherung zur Nummer eins entwickelt, mit einem Marktanteil von 15,2 Prozent zum Ende des vergangenen Jahres.
In der Lebensversicherungssparte kletterte die Tochter von Rang 16 im Jahr des Markteintritts auf Rang vier mit einem Anteil von 11,0 Prozent. Der operative Gewinn der malaysischen Einheit stieg 2025 um 15,9 Prozent auf umgerechnet rund 1,17 Milliarden Ringgit.
Solche regionalen Erfolge untermauern die Diversifikation des Konzerns, dürften für die Gesamtbewertung an der Börse aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im Vordergrund steht für Investoren weiterhin die Frage, ob der Versicherer sein Rekordniveau bei Gewinnen und verwaltetem Vermögen halten kann – und ob sich daraus, wie von UBS bezweifelt, noch signifikantes Kurspotenzial ableiten lässt.
Die anstehende Übernahme von UOB Asset Management dürfte dabei mittelfristig als Wachstumstreiber für das Asset-Management-Geschäft in Asien dienen, während die Bewertung der Aktie insgesamt schon als anspruchsvoll gilt.
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