Die Allianz-Aktie hat am Montag ein neues Rekordhoch markiert und damit ihren Lauf der vergangenen Wochen fortgesetzt. Auslöser war eine Kurszielanhebung der kanadischen Bank RBC, die ihre Einschätzung zum Versicherungskonzern deutlich anhob und damit die positive Stimmung rund um das Papier weiter befeuerte. Der Kurs notiert aktuell bei 430,60 Euro und liegt damit nur knapp unter dem am Freitag erreichten 52-Wochen-Hoch von 431,40 Euro.
RBC sieht starkes Schaden- und Unfallgeschäft
RBC-Analyst Ben Cohen hob sein Kursziel für Allianz von 400 auf 440 Euro an, beließ die Einstufung jedoch bei „Sector Perform“. Als Begründung führte Cohen an, dass er für den Konzern starke Ergebnisse im Bereich Schaden- und Unfallversicherung erwarte – gestützt auf vergleichsweise geringe Naturkatastrophenschäden im bisherigen Jahresverlauf. Der Analyst orientierte sich dabei an Eckdaten des Rückversicherers Munich Re, die für die gesamte Branche als Indikator dienen. Zusätzlich verwies Cohen auf eine positive Entwicklung an den Kapitalmärkten, die den Vermögensverwaltungssparten der Allianz zugutekomme.
Bemerkenswert ist, dass RBC trotz des höheren Kursziels an der neutralen Einstufung „Sector Perform“ festhält – ein Hinweis darauf, dass der Analyst die jüngste Kursrally bereits weitgehend eingepreist sieht. Mit dem neuen Ziel von 440 Euro bewegt sich RBC dennoch nur moderat über dem aktuellen Kursniveau.
RBC nahm am selben Tag auch den französischen Wettbewerber Axa ins Visier und hob dessen Kursziel von 48 auf 52 Euro an, verbunden mit einer „Outperform“-Einstufung. Auch hier verwies Cohen auf die günstige Schadenentwicklung, bezeichnete die Axa-Aktien zugleich als vergleichsweise günstig bewertet – ein Kontrast zur zurückhaltenderen Haltung gegenüber Allianz.
Rally mit Rückenwind aus der Konjunktur
Der Kursanstieg der Allianz-Aktie fügt sich in ein insgesamt freundliches Marktumfeld. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Juli auf 86,6 Punkte nach 85,7 Punkten im Vormonat und damit bereits den dritten Monat in Folge. Ifo-Präsident Fuest kommentierte, die deutsche Wirtschaft zeige sich trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf „weniger pessimistisch“. Die Commerzbank wies allerdings darauf hin, dass die Umfrage vor dem jüngsten Ölpreisanstieg beantwortet wurde und die Aussagekraft daher nur bedingt gegeben sei.
Am Wochenende hatte zudem eine Feuerpause am Golf für Entspannung an den Rohstoffmärkten gesorgt, was sich in fallenden Ölpreisen niederschlug und asiatische wie europäische Aktienmärkte stützte. Für Anleger in Allianz-Papiere bleibt der 7. August der nächste wichtige Termin: Dann legt der Konzern seinen Zwischenbericht zum zweiten Quartal vor, der zeigen dürfte, ob sich die von RBC erwarteten starken Ergebnisse im Schaden- und Unfallgeschäft tatsächlich bestätigen. Mit einem Zuwachs von rund 26,57 Prozent auf Zwölfmonatssicht gehört die Aktie derzeit zu den stärkeren Werten im europäischen Versicherungssektor.
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