Die Allianz treibt ihre Expansion in der Vermögensverwaltung voran. Die Tochtergesellschaft Allianz Global Investors hat den Zuschlag für den Kauf der Vermögensverwaltungssparte der singapurischen United Overseas Bank erhalten. Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Zukäufen ein, mit denen der Münchener Versicherungskonzern seine Präsenz in Asien und im Asset Management stärkt.
Erst wenige Tage zuvor hatte die Allianz ihre Beteiligung an der US-Vermögensverwaltungs-Tochter Pimco von 90,6 auf mindestens 95 Prozent aufgestockt. Für den Anteilskauf investiert der Konzern mindestens 1,4 Milliarden Euro. Im Zuge dessen wurde ein vor 18 Jahren aufgelegtes Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm gekündigt, Anteile ehemaliger Pimco-Manager kauft die Allianz zurück.
Übernahmewelle in mehreren Regionen
Die Zukäufe beschränken sich nicht auf Asien und die USA. In Portugal übernimmt die Allianz die Versicherungsgesellschaft Caravela vollständig, der geschätzte Transaktionswert liegt Medienberichten zufolge bei rund 150 Millionen Euro.
Bereits zuvor hatte der Konzern die Übernahme von HSBC Life Singapore und eine langfristige Vertriebskooperation mit HSBC vereinbart, ein Deal im Gegenwert von umgerechnet zwei Milliarden Euro, dessen Abschluss für die erste Hälfte 2027 geplant ist.
Die Häufung der Transaktionen innerhalb weniger Wochen zeigt, wie konsequent das Management den Konzern derzeit auf Wachstum durch Zukäufe ausrichtet – parallel zu einem laufenden Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2,5 Milliarden Euro, von dem im ersten Halbjahr bereits 1,4 Milliarden Euro umgesetzt wurden.
Die Kapitalausstattung gibt dafür Spielraum: Die Solvency-II-Quote war zur Jahresmitte auf 225 Prozent gestiegen, sieben Prozentpunkte mehr als zum Jahresende 2025. Vor gut einer Woche hatte die Allianz zudem Rekordzahlen für das erste Halbjahr vorgelegt, seither hat die Aktie um 1,4 Prozent nachgegeben.
Personalwechsel im Vorstand
Parallel zur Expansion verändert sich die Führungsstruktur. Der Aufsichtsrat und Günther Thallinger haben sich einvernehmlich darauf verständigt, sein Mandat zum 31. Dezember 2026 auslaufen zu lassen. Der Vorstand schrumpft dadurch von neun auf acht Mitglieder.
Andreas Wimmer übernimmt zusätzlich die Verantwortung für die Eigenanlagen über die Allianz Investment Management SE. Zum 1. Januar 2027 zieht zudem Tomas Kunzmann in den Vorstand ein und verantwortet künftig die Regionen Asien-Pazifik und Indien sowie die Bereiche Global Health und ESG.
Kursniveau nahe Rekordhoch
An der Börse notiert die Allianz-Aktie zuletzt bei 436,10 Euro und damit nur 1,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro, das im August erreicht wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 11 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 16 Prozent. Der Kurs liegt damit weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 385,48 Euro, was die anhaltende mittelfristige Aufwärtsbewegung des Titels unterstreicht.
Die nächste Gelegenheit für den Kapitalmarkt, die Fortschritte der Integrationen und Zukäufe zu bewerten, bietet sich am 12. November, wenn die Allianz ihre Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 vorlegt.
Allianz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Allianz-Analyse vom 21. August liefert die Antwort:
Die neusten Allianz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Allianz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
