Allianz Aktie: H1-Rekord von 9,4 Milliarden Euro

Symbolbild, KI-generiert

Allianz steigert das operative Ergebnis im zweiten Quartal und Halbjahr deutlich. Rückkäufe sowie Zukäufe in Asien prägen die weitere Expansion.

Auf einen Blick:
  • Operatives Ergebnis im zweiten Quartal gestiegen
  • Halbjahresüberschuss der Anteilseigner deutlich gewachsen
  • Solvency-II-Quote auf 225 Prozent erhöht
  • Mehrere Übernahmen für 2027 vorgesehen

Die Allianz hat ihre Wachstumsstrategie im Sommer 2026 auf mehreren Feldern gleichzeitig vorangetrieben. Während der Konzern noch die milliardenschwere Offerte für den britischen Pannendienst AA verdaut, rücken nun die operativen Zahlen und weitere Zukäufe in den Vordergrund, die das Geschäftsmodell des Münchener Versicherers breiter aufstellen sollen.

Im zweiten Quartal 2026 legte das operative Ergebnis um 10,6 Prozent auf 4,874 Milliarden Euro zu – der höchste je erzielte Wert für ein zweites Quartal in der Unternehmensgeschichte. Für das erste Halbjahr summierte sich das operative Ergebnis auf einen Rekord von 9,4 Milliarden Euro, ein Plus von 8,6 Prozent.

Der bereinigte Periodenüberschuss der Anteilseigner wuchs im gleichen Zeitraum um 15,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Die Allianz sieht sich damit auf Kurs, ihr Jahresziel von 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis, plus oder minus 1 Milliarde, zu erreichen.

Solvenzquote und Kapitalrückgaben stützen die Bilanz

Auch die Kapitalausstattung verbesserte sich deutlich: Die Solvency-II-Quote kletterte auf 225 Prozent, sieben Prozentpunkte mehr als zum Jahresende 2025. Diese Substanz gibt dem Konzern Spielraum sowohl für Aktienrückkäufe als auch für Übernahmen.

Im laufenden Rückkaufprogramm von bis zu 2,5 Milliarden Euro hatte die Allianz bereits im ersten Halbjahr Aktien im Wert von 1,4 Milliarden Euro zurückgekauft – ein Baustein, der seit rund einem Monat auch den Kurs gestützt hat, der seither um 4,5 Prozent zugelegt hat.

Parallel zur AA-Offerte, über die Sky News berichtete, hat die Allianz ihre Expansion in Asien vorangetrieben. Ende Juli vereinbarte der Konzern die Übernahme von HSBC Life Singapore für rund 2 Milliarden Euro, verbunden mit einer langfristigen Vertriebskooperation mit HSBC. Der Abschluss ist für die erste Hälfte 2027 vorgesehen.

Nur wenige Tage später folgte die Ankündigung von Allianz Global Investors, den Vermögensverwalter UOB Asset Management der United Overseas Bank für rund 376 Millionen Euro zu übernehmen – vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen und mit Abschluss voraussichtlich 2027. Auch in Portugal wächst der Konzern: Allianz Portugal vereinbarte Ende Juli die vollständige Übernahme der Versicherungsgesellschaft Caravela für rund 150 Millionen Euro.

Umbau im Vorstand begleitet die Wachstumsstrategie

Der Expansionskurs fällt mit personellen Veränderungen an der Konzernspitze zusammen. Günther Thallinger scheidet Ende 2026 aus dem Vorstand aus, wodurch sich das Gremium von neun auf acht Personen verkleinert. Ebenfalls zum Jahresende verlässt Klaus-Peter Röhler nach 30 Jahren im Unternehmen altersbedingt den Vorstand. Als Nachfolge rückt Tomas Kunzmann, seit 2022 Chef von Allianz Partners, zum 1. Januar 2027 in den Vorstand der Allianz SE auf.

An der Börse hat sich die Kombination aus Rekordzahlen und Übernahmefantasie bislang ausgezahlt. Die Aktie notiert bei 450,90 Euro und liegt damit nur 0,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 454,10 Euro, das erst kürzlich erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15 Prozent, über zwölf Monate sogar von 27 Prozent zu Buche.

Zwei Analystenhäuser äußerten sich Mitte August zu diesen Aussichten: Goldman Sachs hob am 13. August das Kursziel von 450 auf 465 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. JPMorgan zog am Folgetag mit einer Anhebung von 430 auf 460 Euro nach, blieb bei der Einschätzung aber neutral.

Die nächste Standortbestimmung folgt mit der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal und den ersten neun Monaten 2026, die für den 12. November in München angesetzt ist. Bis dahin dürfte sich zeigen, wie weit die Verhandlungen um AA fortschreiten und ob die angekündigten Zukäufe in Asien die erwarteten regulatorischen Hürden nehmen.

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