Die Allianz-Aktie notiert am Montag bei 440,20 Euro und damit leicht unter dem Freitagsschluss von 441,60 Euro. Der Kurs bleibt dabei nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro, das am 6. August erreicht wurde. Nach der Vorlage der Halbjahreszahlen am vergangenen Donnerstag haben mehrere Analysehäuser ihre Kursziele für den Versicherungskonzern nach oben korrigiert.
Goldman Sachs und JPMorgan mit höheren Kurszielen
Goldman Sachs hob das Kursziel am 12. August von 450 auf 465 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Kurz darauf, am 14. August, folgte JPMorgan mit einer Anhebung von 430 auf 460 Euro, blieb bei der Bank allerdings bei einer neutralen Einschätzung. Beide Anpassungen fielen in die Woche nach der Berichtssaison und spiegeln damit die frische Bewertung der jüngsten Geschäftszahlen wider.
Die Spanne der Einschätzungen bleibt insgesamt breit: Während Berenberg nach der Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen an einem Kursziel von 684 Euro bei „Buy“ festhielt, bewegten sich andere Häuser deutlich vorsichtiger. RBC erhöhte sein Ziel auf 450 Euro, ordnete die Aktie aber weiterhin als „Sector Perform“ ein. UBS und Jefferies äußerten sich zurückhaltender und beließen ihre Kursziele bei 430 beziehungsweise 325 Euro.
Rekordergebnis als Fundament der Neubewertung
Auslöser der Kurszielanhebungen war das operative Rekordergebnis von 4,9 Milliarden Euro im zweiten Quartal, verbunden mit einem Geschäftsvolumen von 45,6 Milliarden Euro.
Für das erste Halbjahr insgesamt wies der Konzern ein operatives Ergebnis von 9,4 Milliarden Euro aus, ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen bezeichnete sich als „fully on track“, den Jahresausblick von 17,4 Milliarden Euro Operating Profit plus/minus 1 Milliarde Euro zu erreichen.
Gegenläufig entwickelte sich das den Anteilseignern zurechenbare Kernnettoergebnis: Es sank im zweiten Quartal auf 2,6 Milliarden Euro, nach 2,841 Milliarden Euro im Vorjahresquartal – ein Rückgang um 12,7 Prozent, wie Reuters berichtete.
Als Belastungsfaktor nannte der Konzern Restrukturierungsaufwendungen von 643 Millionen Euro im Zusammenhang mit IT-Vermögenswerten und Vorbereitungen im Bereich künstliche Intelligenz. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,48 Euro, die Schaden-Kosten-Quote bei 91,9 Prozent.
Bewertung am Markt bleibt angespannt
Die divergierenden Analystenmeinungen erklären sich zum Teil aus dieser Diskrepanz zwischen operativer Stärke und rückläufigem Nettoergebnis. Während das Rekordergebnis auf Konzernebene für Optimismus sorgt, mahnen die konservativeren Häuser die Belastungen aus Sondereffekten und die Kosten der laufenden Transformation an.
Am Aktienmarkt zeigt sich diese Gemengelage in einer weiterhin robusten, aber nicht mehr beschleunigten Kursentwicklung. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 12 Prozent zu Buche, auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie um 4,7 Prozent zu. Der Relative-Stärke-Index von 67,3 signalisiert dabei eine bereits recht ambitionierte Bewertung, ohne dass die Aktie in überkaufte Bereiche vorgestoßen ist.
Mit einem Abstand von 5,3 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt bleibt der kurzfristige Trend intakt, während die Marktkapitalisierung von 165,26 Milliarden Euro die Position der Allianz als eines der schwergewichtigsten Versicherungsunternehmen Europas unterstreicht.
Allianz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Allianz-Analyse vom 17. August liefert die Antwort:
Die neusten Allianz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Allianz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
