Die Allianz nutzt ihre gestärkte Kapitalbasis für einen weiteren Zukauf im asiatischen Wachstumsmarkt. Anfang August erwarb die Fondstochter Allianz Global Investors die UOB Asset Management von der United Overseas Bank für umgerechnet rund 432,7 Millionen US-Dollar.
Die Transaktion bringt Geschäft in acht asiatischen Märkten mit ins Portfolio, darunter Singapur, Japan, Indonesien und Vietnam. Für die Vermögensverwaltungssparte des Konzerns ist es der zweite große Schritt in der Region binnen weniger Wochen, nachdem bereits die Übernahme des portugiesischen Versicherers Caravela vor rund einem Monat für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
Solide Halbjahreszahlen als Fundament
Die Expansionsstrategie steht auf einem finanziell soliden Fundament. Anfang August legte die Allianz Zahlen zum zweiten Quartal vor: Das operative Ergebnis kletterte auf 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Für das erste Halbjahr summierte sich das operative Ergebnis auf 9,4 Milliarden Euro – ein Rekordwert und 8,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Vorstand bestätigte zugleich das Gesamtjahresziel von 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis, mit der üblichen Schwankungsbreite von einer Milliarde Euro nach oben oder unten.
Auch die Kapitalausstattung hat sich verbessert: Die Solvency-II-Quote stieg auf 225 Prozent, sieben Prozentpunkte mehr als zum Jahresende 2025. Dieser Kapitalpuffer verschafft dem Konzern den Spielraum, gleichzeitig Aktien zurückzukaufen und Übernahmen zu stemmen.
Im ersten Halbjahr flossen bereits 1,4 Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien, aus dem im Februar angekündigten Programm über bis zu 2,5 Milliarden Euro. Zuletzt, zwischen dem 17. und 21. August, erwarb der Konzern weitere 241.631 eigene Aktien zu Kursen zwischen 437,16 und 440,87 Euro.
Zukäufe als Wachstumshebel
Die Übernahme von UOB Asset Management reiht sich damit in eine Serie von Transaktionen ein, mit denen die Allianz ihr internationales Geschäft verbreitert. Bereits im Juli hatte der Konzern angekündigt, die HSBC Life Singapore von HSBC für rund 2 Milliarden Euro zu übernehmen – der Abschluss ist für die erste Hälfte 2027 vorgesehen.
Zusammen mit dem neuen Deal in der Vermögensverwaltung zeigt sich ein klarer strategischer Fokus: Die Allianz will in Asien sowohl im Versicherungs- als auch im Asset-Management-Geschäft breiter aufgestellt sein.
Für Anleger ergibt sich daraus ein Bild von Wachstum, das nicht nur organisch, sondern zunehmend über gezielte Zukäufe getragen wird – finanziert aus einer Kapitalposition, die durch die starken Halbjahreszahlen zusätzlich gestärkt wurde.
Der Aktienkurs notierte am Donnerstag bei 446,90 Euro und damit nur 1,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 452,80 Euro, das Ende August markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 14 Prozent zu Buche, was die Marktkapitalisierung des Konzerns auf gut 171 Milliarden Euro treibt.
Die nächste Gelegenheit, den Fortschritt der Expansionsstrategie an Zahlen zu messen, bietet sich mit der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal am 12. November.
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