Die Allianz-Aktie hat die psychologisch wichtige Marke von 400 Euro geknackt – und behauptet sich seither auf dem neuen Niveau. Aus charttechnischer Sicht gilt der Ausbruch bislang als bestätigt. Das wirft die Frage auf, wie weit die Rekordrally des DAX-Titels noch tragen kann.
Ausbruch ohne Rücksetzer
Seit dem Sprung über die 400-Euro-Schwelle hat die Aktie das höhere Niveau bislang ohne größere Gegenbewegung verteidigt. Für Chartanalysten ist das ein positives Signal: Ein Ausbruch, der sich unmittelbar wieder auflöst, gilt als Fehlsignal – hält das Niveau dagegen mehrere Handelstage, spricht das für nachhaltiges Kaufinteresse. Genau dieses Muster zeigt sich derzeit bei Allianz.
Hochwasser als Kostenfaktor im Blick
Abseits der Kursbewegung rückt die Kreditversicherungstochter Allianz Trade ein Thema in den Fokus, das langfristig auf die Schadenbilanz durchschlagen könnte. Eine aktuelle Analyse des Hamburger Unternehmensteils zeigt: Der wirtschaftliche Schaden durch Hochwasser in Europa lag seit 2020 preisbereinigt im Schnitt bei rund 400 Millionen Euro pro Ereignis. Zwischen 2000 und 2019 betrug der Vergleichswert nur etwa 100 Millionen Euro.
Nicht die Häufigkeit der Ereignisse habe sich verändert, sondern deren Schwere – die Ahrtal-Flut 2021 gilt als Beispiel. Hinzu kommt, dass weiterhin in hochwassergefährdeten Gebieten gebaut und gewirtschaftet wird, was den Kapitalverlust bei vergleichbaren Ereignissen deutlich erhöht. Allianz Trade rechnet vor, dass ein Hochwasser in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt über mehrere Jahre um insgesamt 0,7 Prozent drücken könnte, und empfiehlt Investitionen in Hochwasserschutz – jeder investierte Euro spare demnach Schäden in etwa vierfacher Höhe.
Für die Aktie bleibt die charttechnische Lage vorerst der bestimmende Faktor. Ob sich die 400-Euro-Marke als neue Unterstützung etabliert, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen – ein nachhaltiger Test der Zone wäre ein weiteres Indiz für die Stabilität des Ausbruchs.
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