Die Allianz profitiert von einer seltenen Mischung. Rückenwind kommt aus Berlin und Washington. Die Bundesregierung plant ein neues Wirtschaftspaket zur Wachstumsförderung. Amerikas Arbeitsmarkt kühlt derweil spürbar ab. Das treibt den DAX auf neue Höchststände und zieht den Münchener Versicherer mit.
Schwache Jobdaten, starke Kurse
Im Juni entstanden in den USA lediglich 57.000 neue Stellen. Das entspricht rund der Hälfte der ursprünglichen Prognosen. Die Folge: Die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen schwindet. Laut dem Marktinstrument FedWatch sinkt die Wahrscheinlichkeit für höhere Leitzinsen im Sommer. Investoren preisen stattdessen erste Zinssenkungen bis zum Jahresende ein.
Einige Experten warnen allerdings vor zu viel Optimismus. Ökonom Stephen Stanley sieht in der Marktdynamik eine klare Überreaktion auf den jüngsten Arbeitsmarktbericht. Letztlich bestimmen allein die künftigen US-Inflationsdaten den geldpolitischen Kurs der Notenbank.
Milliarden-Rückkauf stützt die Bewertung
Für die Allianz bleibt das Zinsumfeld entscheidend. Der Versicherer verwaltet ein milliardenschweres Anlageportfolio für seine Kunden. Niedrigere Zinsen machen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anleihen attraktiver. Das treibt klassische Substanzwerte an.
Zusätzlich stützt der Konzern seinen eigenen Aktienkurs. Bis Ende Dezember läuft ein massives Rückkaufprogramm über 2,5 Milliarden Euro. Die Allianz zieht die erworbenen Papiere anschließend ein. Das reduziert die ausstehende Aktienanzahl und stärkt den Gewinn je Anteilsschein.
Am Freitag ging das Papier bei 418,70 Euro aus dem Handel. Damit fehlt weniger als ein Prozent zum jüngsten Jahreshoch. Binnen zwölf Monaten legte der Kurs um gut 20 Prozent zu.
Der nächste Prüfstein
Das makroökonomische Umfeld gibt vorerst den Takt vor. Zinspolitik und das deutsche Reformpaket steuern das breite Marktklima. Der nächste konkrete Termin für das Unternehmen steht bereits im Kalender. Im August präsentiert die Allianz ihren Halbjahresbericht.
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