Alibaba-Aktie: Woran hat’s gelegen?

Die Aktie von Alibaba verlor am Donnerstag rund 7 Prozent, nachdem das Unternehmen trotz starkem Cloud-Wachstum einen drastischen Gewinnrückgang meldete.

Auf einen Blick:
  • Gewinn stürzte um zwei Drittel ein
  • Cloud-Geschäft wächst dynamisch um 36 Prozent
  • Massive Investitionen in Quick Commerce belasten
  • KI-Plattform Qwen hat über 300 Millionen Nutzer

Die Aktie von Alibaba geriet am Donnerstag deutlich unter Druck und fiel um 7 Prozent. Der chinesische Technologiekonzern hatte für das Quartal von Oktober bis Dezember einen Gewinneinbruch von 67 Prozent auf 16,3 Milliarden Yuan (2,4 Milliarden Dollar) gemeldet. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich lediglich um 2 Prozent auf 284,8 Milliarden Yuan (40,7 Milliarden Dollar) und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit 289,3 Milliarden Yuan gerechnet hatten.

Der drastische Gewinnrückgang ist vor allem auf umfangreiche Investitionen in das Quick-Commerce-Geschäft zurückzuführen. Alibaba hat im vergangenen Quartal massiv in die Integration von Sofortlieferungen in die Taobao-App und in die Logistik investiert. Das Unternehmen verspricht damit, Online-Bestellungen von Lebensmitteln und anderen Produkten in weniger als einer Stunde zu liefern. Zudem belasteten gestiegene Marketing- und Vertriebskosten sowie ein anhaltender Preiskrieg im Segment der Essenslieferungen die Profitabilität.

Cloud-Geschäft zeigt beeindruckende Dynamik

Während die Gesamtentwicklung enttäuschte, lieferte die Cloud Intelligence Group von Alibaba starke Zahlen. Der Umsatz in diesem Bereich legte im Quartal um 36 Prozent auf 43,3 Milliarden Yuan (6,2 Milliarden Dollar) zu und übertraf damit die Konsenserwartungen um einen Prozentpunkt. Die Umsätze mit Produkten im Bereich der künstlichen Intelligenz wuchsen bereits im zehnten Quartal in Folge dreistellig.

CEO Eddie Wu kündigte während der Telefonkonferenz ein ehrgeiziges Ziel an: In den kommenden fünf Jahren will Alibaba mit seinem Cloud- und KI-Geschäft einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Dollar erzielen. Wu verwies auf das „exponentielle Wachstum der Nachfrage nach KI“ und betonte das „enorme und anhaltende Wachstumsmomentum des KI-Markts“. Das Unternehmen baut seine Flaggschiff-App Qwen kontinuierlich aus, die mittlerweile mehr als 300 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnet. Anfang dieser Woche stellte Alibaba zudem die Enterprise-Plattform Wukong für KI-Agenten vor.

Alibaba Group Holding Limited Aktie Chart

Strategische Weichenstellungen für die Zukunft

Um die wachsende Nachfrage zu bedienen und gleichzeitig die Profitabilität zu verbessern, erhöhte Alibaba die Preise für einige KI-Dienste um bis zu 34 Prozent. Parallel dazu verfolgt das Unternehmen eine Full-Stack-KI-Strategie mit eigenen T-Head-Chips, die nun in großem Maßstab produziert werden. Diese Chips sollen dazu beitragen, die Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern zu reduzieren und die Leistungslücke zu schließen. Das Management deutete an, dass eine mögliche Abspaltung der T-Head-Sparte in Zukunft denkbar wäre.

Die jüngsten Entwicklungen werfen die Frage auf, wie schnell sich die massiven Investitionen in Quick Commerce und KI-Infrastruktur auszahlen werden. Anleger dürften genau beobachten, inwieweit das Unternehmen seine Margen stabilisieren kann, während es gleichzeitig in einem intensiven Wettbewerbsumfeld agiert. Das angekündigte Umsatzziel von 100 Milliarden Dollar erscheint ambitioniert, könnte aber bei anhaltendem KI-Boom erreichbar sein.

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