Auf der Apsara-Konferenz in Hangzhou hat Alibaba-Chef Eddie Wu einen Chip vorgestellt, der Nvidia direkt herausfordern soll. Der Zhenwu V900, entwickelt von der konzerneigenen Chipschmiede T-Head, liefert nach Unternehmensangaben die dreifache Leistung seines im Mai präsentierten Vorgängers M890. Die Botschaft an chinesische Unternehmen, die wegen US-Exportbeschränkungen keine Nvidia-Prozessoren mehr bekommen: Alibaba springt in die Lücke.
Riesige Cluster, riesige Pläne
Bis zu 500.000 der neuen Chips lassen sich zu einem einzigen Cluster verbinden. Das soll die nächste Generation der Qwen-Modelle antreiben, die laut Konzern zwei- bis viermal so groß werden soll wie das aktuelle Flaggschiff. Qwen 4 befindet sich bereits im Training, Qwen 4.5 und Qwen 5 sind angekündigt.
Die Massenproduktion des V900 startet im ersten Quartal 2027. Parallel will Alibaba die Rechenzentrumskapazität seiner Cloud-Sparte bis 2032 auf mehr als 20 Gigawatt ausbauen — eine Größenordnung, die ungefähr der Leistung von 20 großen Kernkraftwerksblöcken entspricht.
T-Head, 2018 gegründet, beliefert nach eigenen Angaben bereits mehr als 650 Kunden aus Auto-, Finanz- und Energiebranche. Unabhängige Leistungstests zu den Chip-Angaben gibt es bisher nicht.
Markt reagiert positiv
Die Ankündigung kam an den Börsen gut an. Die in New York gehandelte Aktie zog im Hongkonger Handel am Dienstag um mehr als zwei Prozent an, nachdem sie am Montag bei rund 116 Dollar geschlossen hatte.
Der erste Widerstand liegt in der Zone um 124 Dollar, während der Bereich um 110 Dollar als Unterstützung gilt — dort hat die Aktie im September bereits mehrfach nach oben abgeprallt. Die 200-Tage-Linie verläuft mit rund 133 Dollar noch deutlich darüber.
Alibaba positioniert sich damit als Teil einer größeren Bewegung: Chinas Tech-Branche treibt den Aufbau eigener KI-Infrastruktur voran, um von US-Chips unabhängiger zu werden. Erst vergangene Woche hatte Huawei eine eigene KI-Infrastruktur vorgestellt, die auf bis zu eine Million Prozessoren skalieren soll.
Wie viel politischen Rückenwind dieser Kurs bekommt, könnte sich schon am Donnerstag zeigen — dann treffen sich Donald Trump und Xi Jinping zu einem Gipfel, dessen Ausgang auch für die Handelsbeziehungen im Tech-Sektor Signalwirkung haben dürfte.
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