Alibaba-Aktie: Richtungsentscheidung steht an!

Alibaba veröffentlicht Quartalsergebnisse mit erwartetem Umsatzplus, doch der Vorsteuergewinn könnte um 44 Prozent eingebrochen sein. Massive Investitionen belasten die Profitabilität.

Auf einen Blick:
  • Quartalsumsatz steigt leicht auf rund 290 Mrd. RMB
  • Vorsteuergewinn droht um 44 Prozent zu sinken
  • Cloud-Sparte wächst weiterhin stark durch KI-Produkte
  • Aktie verliert im letzten Monat 13,5 Prozent an Wert

Der chinesische E-Commerce-Riese steht an einem entscheidenden Punkt. Während die Cloud-Sparte dank KI-Fantasie floriert, fressen massive Investitionen in die Infrastruktur derzeit die Gewinne auf. Nach einem spürbaren Kursrückgang in den letzten Wochen blicken Anleger heute nervös auf die Bücher: Kann Alibaba beweisen, dass sich die teure Transformation auszahlt oder droht eine weitere Margen-Enttäuschung?

Erwartungen unter Druck

Die Prognosen für den heute anstehenden Quartalsbericht zeichnen ein gemischtes Bild. Analysten rechnen zwar mit einem leichten Umsatzanstieg auf rund 290 Milliarden RMB (ca. 40,95 Milliarden Dollar), doch die Profitabilität bereitet Sorgen. Experten gehen davon aus, dass der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drastische 44 Prozent eingebrochen sein könnte.

Verantwortlich für diesen erwarteten Rückgang sind vor allem die aggressiven Ausgaben. Alibaba investiert massiv in seine KI-Infrastruktur und subventioniert das E-Commerce-Geschäft, um Marktanteile gegen die harte Konkurrenz zu verteidigen.

Hoffnungsträger Cloud und KI

Trotz der Kostensorgen bleibt die Technologie-Sparte der Lichtblick. Im vorangegangenen Quartal wuchs der Cloud-Umsatz um beeindruckende 34,5 Prozent, getrieben durch eine dreistellige Wachstumsrate bei KI-Produkten. Mit der kürzlichen Vorstellung des neuen Sprachmodells Qwen 3.5 unterstreicht der Konzern seinen Anspruch auf die Technologieführerschaft in China.

Die zentrale Frage für Anleger ist jedoch, ob dieses Wachstum nachhaltig ist, ohne die Margen dauerhaft zu ruinieren. Zuletzt hatten sich die Ausgaben für Vertrieb und Marketing mehr als verdoppelt, was den operativen Cashflow erheblich belastete.

Politische Störfeuer und Kursreaktion

Zusätzlich zur operativen Entwicklung sorgte Mitte Februar geopolitisches Theater für Unruhe. Das Pentagon setzte Alibaba kurzzeitig auf eine Liste von Unternehmen mit angeblichen militärischen Verbindungen, nur um diesen Schritt Minuten später ohne Erklärung zu widerrufen. Obwohl dies keine direkten rechtlichen Konsequenzen hatte, reagierte der Markt sensibel.

Die Aktie notiert aktuell bei 124,20 Euro und hat allein im letzten Monat rund 13,5 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt inzwischen über 23 Prozent, was die Skepsis der Marktteilnehmer widerspiegelt.

Fazit

Der heutige Bericht wird zeigen, ob Alibabas Strategie der hohen Ausgaben Früchte trägt. Entscheidend ist dabei weniger der reine Umsatz, sondern der Ausblick des Managements zur Margenentwicklung und dem Cashflow. Anleger erwarten ein klares Signal, wann der Investitionszyklus seinen Höhepunkt erreicht hat und sich die Profitabilität wieder normalisiert.

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