Wochenlang hing die Alibaba-Aktie im Keller, dann kam die Wende. Vom Tief bei 92,87 Dollar ging es zuletzt spürbar nach oben, aktuell notiert das Papier bei rund 112 Dollar. Was den Ausschlag gibt, ist keine einzelne Meldung, sondern eine Kombination aus operativem Fortschritt, juristischer Entlastung und prominenten Käufern.
Cloud-Sparte als Stabilitätsanker
Im vergangenen Quartal wuchs das Cloud-Geschäft um 38 Prozent. Bereits elf Quartale in Folge verzeichnet Alibaba dabei dreistellige Zuwachsraten bei KI-bezogenen Diensten — eine Konstanz, die dem Konzern zunehmend als verlässlicher Wachstumstreiber dient. Parallel dazu schrumpften die Verluste im umkämpften Schnell-Lieferungsgeschäft deutlich, während die Profitabilität insgesamt stabil blieb. Für einen Konzern, der gleichzeitig massiv in Infrastruktur investiert, ist das ein bemerkenswertes Signal.
Rechtsstreit beigelegt, Staatsfonds kauft zu
Hinzu kommt juristische Entlastung: Ein Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium wurde beigelegt, ein US-Gericht gewährte dem Konzern zudem eine vorübergehende Befreiung von neuen Lobbying-Beschränkungen. Solche Entwicklungen nehmen Druck aus einer Situation, die zuletzt stark von regulatorischer Unsicherheit geprägt war.
Auch auf der Käuferseite tut sich etwas. Norwegens Staatsfonds hat eine Position im Wert von 594 Millionen Dollar aufgebaut — ein Signal, das bei institutionellen Anlegern Beachtung findet, wenn ein derart großer Kapitalgeber wieder Vertrauen zeigt.
Charttechnik: Die 100-Dollar-Marke entscheidet
Auf dem Weg nach oben wartet zunächst die Marke bei 120,60 Dollar, wo der 50-Tage-Durchschnitt verläuft. Gelingt der Ausbruch, öffnet sich der Bereich zwischen 140 und 145 Dollar, wo auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 145,90 Dollar liegt. Der RSI bewegt sich trotz des jüngsten Anstiegs noch unter der 50er-Marke — von einer überkauften Situation ist die Aktie also weit entfernt.
Nach unten hin bleibt die 100-Dollar-Linie die entscheidende Unterstützung. Rutscht der Kurs darunter, wäre ein Rückfall bis 80 Dollar möglich, was die gesamte Erholungsgeschichte wieder infrage stellen würde. Solange dieses Niveau hält, sprechen Cloud-Wachstum, nachlassender juristischer Druck und institutionelles Interesse für eine fortgesetzte Erholung.
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