China baut sich seine eigene Chip-Welt. Alibaba hat auf dem jährlichen Cloud Summit in Hangzhou den Zhenwu M890 vorgestellt, einen KI-Prozessor, der nach Unternehmensangaben die dreifache Leistung seines Vorgängers Zhenwu 810E liefert. Entwickelt hat ihn T-Head, Alibabas Halbleiter-Tochter. Der Chip ist ausdrücklich auf sogenannte Agenten-Workloads ausgelegt, also KI-Systeme, die mehrstufige Aufgaben weitgehend eigenständig abarbeiten und dabei lange Kontexte im Gedächtnis halten müssen.
Roadmap bis 2028
Was den Auftritt vom üblichen Produktlaunch unterscheidet, ist der Fahrplan dahinter. Alibaba kündigte an, dem M890 im dritten Quartal 2027 den V900 folgen zu lassen, der wiederum eine rund dreifache Leistungssteigerung bringen soll. Für das dritte Quartal 2028 ist dann der J900 geplant. Das ist kein Chip-Announcement, das ist eine Ansage an die gesamte Branche, inklusive Nvidia.
Passend dazu stellte Alibaba den Server Panjiu AL128 vor, der 128 dieser Beschleuniger in einem einzigen Rack bündelt. Verfügbar ist das System sofort für chinesische Unternehmenskunden über die Cloud-Plattform Bailian.
560.000 Einheiten, 400 Kunden
T-Head hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 560.000 Zhenwu-Einheiten ausgeliefert, über 400 externe Kunden in 20 Branchen setzen die Chips ein, von Automobilherstellern bis zu Finanzdienstleistern. Das sind keine Pilotprojekte mehr, das ist Serienproduktion.
Alibabas Management hatte zuletzt im Earnings-Call betont, die eigenen Chips seien „das Rechenleistungsangebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis“ und würden die Margen von Alibaba Cloud verbessern. Gleichzeitig gestand das Unternehmen ein, dass die KI-Investitionen die Profitabilität in den vergangenen Quartalen spürbar belastet haben. CEO Eddie Wu erwartet, dass KI-bezogene Produkterlöse in etwa einem Jahr rund 50 Prozent der externen Cloud-Umsätze ausmachen werden.
Aliba Group Holding Aktie Chart
Qwen 3.7-Max obendrauf
Zur Chip-Präsentation gesellte sich noch ein Modell-Update: Qwen 3.7-Max, die neueste Version von Alibabas großem Sprachmodell, soll laut Unternehmen bis zu 35 Stunden ohne Leistungsabfall durchlaufen können, was für lang laufende Agenten-Aufgaben und komplexes Reasoning gedacht ist.
Alibaba hat vergangenes Jahr mehr als 380 Milliarden Yuan, also gut 53 Milliarden Dollar, für Cloud- und KI-Infrastruktur über drei Jahre zugesagt. Huawei hatte einen ähnlichen Chip-Vorstoß bereits 2024 angekündigt. Der Wettbewerb um die Frage, wer Chinas KI-Infrastruktur mit Silizium versorgt, läuft also längst, Alibaba macht jetzt klar, dass es dabei vorne mitspielen will. Drei Chips, drei Jahre, dreifache Leistung jeweils. Schön rund.
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