Alibaba Aktie: Cloud-Umsatz um 45 Prozent auf 7,1 Milliarden

Symbolbild, KI-generiert

Alibaba steigert den Cloud-Umsatz um 45 Prozent, investiert rund 10 Milliarden US-Dollar und bestätigt 710 Millionen neue Aktien.

Auf einen Blick:
  • Erste südamerikanische Cloud-Region eröffnet
  • Cloud-Erlöse steigen auf 7,1 Milliarden Dollar
  • Quartalsgewinn sinkt um 75 Prozent
  • JPMorgan und Benchmark bleiben optimistisch

Alibaba forciert seine globale Expansion im Bereich der Cloud-Technologie und der Künstlichen Intelligenz. Am Freitag gab das Unternehmen die Eröffnung seiner ersten südamerikanischen Cloud-Region mit zwei Rechenzentren in São Paulo bekannt.

In Zusammenarbeit mit Partnern wie Insi und 4Linux will der Konzern das KI-Wachstum in Lateinamerika vorantreiben. Dieser Schritt erfolgt zeitgleich mit der Einführung des neuen Modells Wan3.0, das die Erstellung von bis zu 30-sekündigen Videos aus Dokumenten ermöglicht und die KI-Ambitionen des Konzerns unterstreicht.

Investitionsschub trotz Gewinnrückgang

Das Cloud-Geschäft erweist sich zunehmend als zentraler Wachstumspfeiler. Der Umsatz in diesem Segment stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 % auf rund 7,1 Milliarden US-Dollar. Besonders die Erlöse mit spezifischen KI-Produkten zeigten eine starke Dynamik und verzeichneten das zwölfte Quartal in Folge ein dreistelliges Wachstum auf zuletzt etwa 1,8 Milliarden US-Dollar.

Diese Expansion erfordert jedoch erhebliche Mittel: Die Investitionsausgaben (CapEx) beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf rund 10 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 75 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Parallel zu den massiven Ausgaben musste Alibaba einen deutlichen Rückgang beim Quartalsgewinn hinnehmen, der um 75 % unter dem Vorjahreswert lag. Zur Finanzierung dieser Strategie hat der Konzern seine Kapitalbasis massiv ausgeweitet.

Gestern wurde durch eine Einreichung bei der US-Börsenaufsicht die Platzierung von 710 Millionen neuen Aktien formell bestätigt. Das Papier schloss am Freitag bei 97,60 € und liegt damit seit Jahresbeginn rund 23 % im Minus.

Analysten setzen auf langfristiges Cloud-Wachstum

Trotz der kurzfristigen Belastung durch die hohen Investitionen zeigen sich Marktbeobachter optimistisch. Die Analysten der US-Bank JPMorgan bewerten den Titel weiterhin mit „Overweight“ und rufen ein Kursziel von 210 US-Dollar aus. Ähnlich positiv äußert sich das Analysehaus Benchmark, das die Cloud-Expansion und die KI-Fortschritte hervorhebt und ein Kursziel von 220 US-Dollar veranschlagt.

Das Vertrauen der Führungsebene scheint ebenfalls gefestigt. Medienberichten zufolge tätigte CEO Eddie Wu zuletzt Insiderkäufe im Wert von über 20 Millionen US-Dollar.

Während die Aktie mit einem Abstand von 41 % zum 52-Wochen-Hoch von 164,20 € notiert, richten Investoren ihren Blick auch auf rechtliche Fristen: Bis zum 5. Oktober 2026 können sich Anleger noch einer laufenden Sammelklage wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs anschließen, die Käufe aus dem Zeitraum zwischen Juni 2025 und Juni 2026 umfasst.

Wettbewerbsdruck im KI-Sektor verschärft sich

Die Anstrengungen von Alibaba stehen im Kontext eines massiven Wettrüstens innerhalb der chinesischen Technologiebranche. Während Alibaba rund 80 Milliarden Hongkong-Dollar für neue KI-Rechenzentren mobilisiert hat, sicherte sich der Konkurrent ByteDance am Donnerstag einen syndizierten Kredit über 29,6 Milliarden US-Dollar, um seine Kapazitäten auszubauen. Auch Tencent erhöhte seine Investitionsausgaben zuletzt drastisch um 176 % auf über 527 Milliarden Yuan.

Für Alibaba-Anleger wird entscheidend sein, wie schnell sich die massiven CapEx-Ausgaben in nachhaltige Gewinne übersetzen lassen. Der Fokus auf internationale Märkte wie Brasilien und die stetige Weiterentwicklung der Wan-Modellreihe verdeutlichen, dass der Konzern bereit ist, kurzfristige Margen für eine dominante Position im globalen KI-Infrastrukturmarkt zu opfern. Mit nun insgesamt 19,88 Milliarden ausstehenden Aktien hat das Unternehmen die finanzielle Basis für diesen langjährigen Wettbewerb geschaffen.

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