Alibaba Aktie: Cloud-Region in Brasilien gestartet

Alibaba nimmt 10,2 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur ein. Cloud-Umsatz und EBITDA wachsen, während US-Risiken die Aktie belasten.

Auf einen Blick:
  • Aktienplatzierung bringt 10,2 Milliarden US-Dollar
  • Kapital fließt vollständig in KI-Ausbau
  • Alibaba Cloud expandiert nach Brasilien
  • Cloud-Umsatz steigt im zweiten Quartal

Alibaba hat am Freitag eine der umfangreichsten Aktienplatzierungen in der Geschichte des Finanzplatzes Hongkong abgeschlossen. Der Konzern sicherte sich durch die Ausgabe neuer Anteile einen Bruttoerlös von rund 10,2 Milliarden US-Dollar (80 Milliarden Hongkong-Dollar). Das frische Kapital soll nach Unternehmensangaben vollständig in den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz fließen, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der nationalen und internationalen Konkurrenz zu stärken.

Massive Investitionen in Rechenleistung und Cloud

Die Kapitalmaßnahme umfasst 710 Millionen neue Aktien, die zu einem Preis von 112,70 Hongkong-Dollar bei nicht-US-amerikanischen Investoren platziert wurden. Dies entsprach einem Abschlag von 8,4 Prozent.

Während die Nachricht in Hongkong zunächst für Kursdruck sorgte, zeigte sich die Notierung im hiesigen Markt gefestigt: Am Freitag schloss das Papier bei 102,60 Euro, was einem Tagesplus von 2,8 Prozent entspricht. Damit liegt der Kurs aktuell 29 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief, das im Juni bei 79,50 Euro markiert wurde.

Die Verwendung der Mittel folgt einem klaren strategischen Plan: 60 Prozent der Nettoerlöse sind für die globale Recheninfrastruktur vorgesehen, während 40 Prozent direkt in den Aufbau spezialisierter KI-Rechenzentren fließen sollen. Diese Expansion ist bereits in vollem Gange.

So hat Alibaba Cloud gestern eine neue Cloud-Region in Brasilien mit zwei Verfügbarkeitszonen gestartet. Es ist nach Mexiko der zweite Standort des Konzerns in Lateinamerika. Insgesamt betreibt die Sparte nun 106 Verfügbarkeitszonen in weltweit 31 Regionen.

Vertrauensbeweis durch Insiderkäufe

Trotz der durch die Neuemission bedingten Verwässerung der bestehenden Anteile signalisierte die Führungsebene Zuversicht. Chairman Joe Tsai erwarb am Dienstag 720.000 Aktien zu einem Preis von 113,47 Hongkong-Dollar.

Gemeinsam mit CEO Eddie Wu investierte das Management innerhalb von nur zwei Tagen mehr als 200 Millionen Hongkong-Dollar in eigene Papiere. Auch Großaktionär Jack Ma erhöhte seinen Bestand laut Medienberichten zuletzt um mehr als 600 Millionen Hongkong-Dollar.

Dieser Rückhalt aus der Führungsetage erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Unternehmen einem intensiven Kapitalwettbewerb der chinesischen Tech-Giganten gegenübersieht. Um die technologische Marktführerschaft zu behaupten, setzt Alibaba zudem auf eine höhere Effizienz in der Entwicklung.

Gestern veröffentlichte der Konzern mit Qwen3.8-Flash eine Vorschau auf die kommende Qwen4-Architektur. Das neue Modell soll die Trainingskosten im Vergleich zum direkten Vorgänger um etwa acht Neuntel reduziert haben.

Cloud-Sparte treibt das Wachstum

Die operative Entwicklung der Cloud-Sparte rechtfertigt den hohen Investitionsbedarf. Der externe Umsatz des Segments stieg im zweiten Quartal 2026 um 45 Prozent, wobei KI-bezogene Produkte bereits 35 Prozent dieser Erlöse generierten. Das bereinigte EBITDA der Sparte sprang im Jahresvergleich um 133 Prozent auf 5,63 Milliarden Renminbi nach oben, was die operative Marge von 7,2 auf 11,6 Prozent verbesserte.

Dennoch bleibt das Umfeld für Anleger komplex. Neben den US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips belastet eine drohende Sammelklage in den USA die Stimmung.

Das Verfahren, für das die Kanzlei Rosen Law Firm eine Frist bis zum 5. Oktober gesetzt hat, wirft dem Konzern unter anderem Falschaussagen im Zusammenhang mit KI-Sicherheitsvorfällen vor. Mit Blick auf die Performance seit Jahresbeginn weist die Aktie derzeit ein Minus von 19 Prozent auf, was die hohe Volatilität des chinesischen Technologiesektors unterstreicht.

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