Alibaba Aktie: Claude Code verbannt

Alibaba ersetzt Anthropic-Software durch hauseigenen KI-Assistenten Qoder und erringt juristischen Etappensieg in den USA.

Auf einen Blick:
  • Verbot von Claude Code bei Alibaba
  • Umstieg auf eigenen KI-Assistenten Qoder
  • US-Gericht blockiert Lobbying-Verbot
  • Aktienrückkäufe gegen Kursverfall

Alibaba verbannt KI-Werkzeuge des US-Konkurrenten Anthropic aus seinen Systemen. Der Konzern untersagt seinen Mitarbeitern strikt die Nutzung des Programms „Claude Code“. Dieser Schritt markiert einen neuen Höhepunkt im schwelenden Konflikt zwischen den beiden Technologiegiganten. Es geht um Datensicherheit und geistiges Eigentum.

Sicherheitsrisiken und Spionagevorwürfe

Bis zum 10. Juli muss die Belegschaft alle Anthropic-Modelle von den Arbeitsrechnern entfernen. Interne Sicherheitsteams schlugen Alarm. Sie entdeckten offenbar Hintertüren in der US-Software. Die Programme spähten Zeitzonen und Proxy-Daten der Nutzer aus.

Die Folge: Alibaba setzt nun voll auf den eigenen KI-Assistenten Qoder. Dem Rauswurf ging ein öffentlicher Streit im vergangenen Monat voraus. Anthropic warf Alibaba vor, das Claude-Modell unrechtmäßig über Fake-Accounts für das Training eigener Systeme anzuzapfen. Nun trennen die Chinesen ihre Entwicklungsumgebungen komplett ab.

Etappensieg in den USA

Fernab der KI-Front verbucht Alibaba einen juristischen Erfolg. Ein Bundesrichter in den Vereinigten Staaten blockierte vorerst ein Lobbying-Verbot des Pentagons. Die Aussetzung gilt für 60 Tage. Damit dürfen die registrierten Unternehmensvertreter vorerst wieder mit dem US-Verteidigungsministerium kommunizieren.

Das Verbot basierte auf Alibabas Platzierung auf einer Sanktionsliste für Verbindungen zum chinesischen Militär. Der Konzern klagt dagegen. Das Management sieht die eigene Meinungsfreiheit verletzt. Der Blacklist-Status blockiere wichtige regulatorische Klärungen im amerikanischen Markt.

Aktienrückkäufe gegen den Abwärtstrend

Auf dem Parkett steht das Papier massiv unter Druck. Allein seit Jahresbeginn verlor die Aktie gut 35 Prozent an Wert. Um den Verkaufsdruck abzufedern, kauft das Management aggressiv eigene Papiere zurück. Am Montag erwarb Alibaba rund 4,1 Millionen Aktien. Dafür flossen knapp 50 Millionen US-Dollar.

Der Blick auf den Chart zeigt eine überverkaufte Situation. Der Relative-Stärke-Index fällt auf den kritischen Wert von 30,8. Am Mittwoch startet die Aktie auf dem Vortagesniveau von 86,00 Euro.

Damit notiert das Papier rund 17 Prozent unter seinem kurzfristigen Durchschnitt. Hält die entscheidende Unterstützung am Jahrestief von 79,50 Euro, könnte die Kombination aus Aktienrückkäufen und juristischer Atempause den Kursverfall vorerst bremsen.

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