Alibaba Aktie: 80-Milliarden-Kapitalmaßnahme abgeschlossen

Symbolbild, KI-generiert

Alibaba nimmt 80 Milliarden Hongkong-Dollar auf, steigert den Cloud-Umsatz und verzeichnet zugleich einen deutlichen Rückgang beim Nettogewinn.

Auf einen Blick:
  • Aktienplatzierung bringt 80 Milliarden Hongkong-Dollar
  • Insider kaufen Alibaba-Anteile im Millionenwert
  • Cloud-Umsatz wächst im Quartal um 45 Prozent
  • HSBC senkt Kursziel, bestätigt Kaufempfehlung

Mit dem Abschluss einer massiven Kapitalmaßnahme stellt der chinesische Technologiekonzern Alibaba die Weichen für einen beschleunigten Ausbau seiner Infrastruktur im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Das Unternehmen sicherte sich durch die Platzierung neuer Aktien Milliardenbeträge und erhielt unmittelbar darauf deutliche Unterstützung durch Käufe aus dem eigenen Management. Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 97,30 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,9 Prozent entspricht.

Massive Kapitalzufuhr und Vertrauensbeweis durch Insider

Alibaba hat am Mittwoch die größte Zweitplatzierung von Aktien in der Geschichte des Finanzplatzes Hongkong erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen sammelte insgesamt 80 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 10,2 Milliarden US-Dollar) ein, indem es 710 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 112,70 Hongkong-Dollar pro Stück ausgab.

Laut Bloomberg war die Emission dreifach überzeichnet, was auf ein starkes Interesse institutioneller Investoren hindeutet. Die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien erhöhte sich durch diesen Schritt um 3,7 Prozent auf rund 19,885 Milliarden Stück.

Unmittelbar nach der Ankündigung der Kapitalerhöhung setzten führende Köpfe des Konzerns ein deutliches Zeichen des Vertrauens. Medienberichten zufolge erwarb Alibaba-Gründer Jack Ma Anfang vergangener Woche Aktien im Wert von mehr als 600 Millionen Hongkong-Dollar.

Auch Chairman Joe Tsai und CEO Eddie Wu beteiligten sich mit Käufen in Millionenhöhe an der Stützung des Kurses. Insgesamt investierten die Insider nach Bekanntwerden der Platzierungspläne mehr als 202 Millionen Hongkong-Dollar in eigene Anteile.

Cloud-Wachstum steht Gewinneinbruch gegenüber

Die frischen Mittel sollen primär in die Erweiterung der globalen KI-Infrastruktur fließen. Dieser strategische Fokus spiegelt sich auch in den Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 wider, die das Unternehmen am 20. August veröffentlichte.

Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 268,95 Milliarden Renminbi, doch der Nettogewinn brach im selben Zeitraum um 75 Prozent ein. Dieser Rückgang ist maßgeblich auf die massiv hochgefahrenen Investitionen zurückzuführen: Die Investitionsausgaben kletterten um 75 Prozent auf 67,7 Milliarden Renminbi.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Cloud Intelligence Group, deren Umsatz um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte. CEO Eddie Wu erklärte im Rahmen der Zahlenvorlage, dass die Investitionen in das KI-Computing voraussichtlich innerhalb von drei Jahren die Gewinnschwelle erreichen werden.

Bei steigenden Bruttomargen könnte sich dieser Zeitraum laut Wu sogar auf etwa zwei Jahre verkürzen. Bereits jetzt zeigt die „Model-as-a-Service“-Sparte (MaaS) eine positive Dynamik und steuerte konzernweit über 8 Milliarden Renminbi zum Umsatz bei.

Strategische Neuausrichtung und Analystenblick

Alibaba treibt zudem die technische Entwicklung seiner Sprachmodelle voran. Am 20. August stellte der Konzern das Upgrade auf Qwen 3.7-Max vor, das verbesserte Fähigkeiten bei komplexen logischen Schlussfolgerungen und in der Programmierung bieten soll. Dass die KI-Sparte an Bedeutung gewinnt, belegen auch die Daten zum Cloud-Geschäft, in dem KI-bezogene Umsätze zuletzt rund 30 Prozent der externen Erlöse ausmachten.

Trotz der strategischen Fortschritte bleibt die Aktie an der Börse unter Druck und liegt derzeit rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 164,20 Euro. Die Analysten von HSBC passten ihre Einschätzung am 21. August an und senkten das Kursziel leicht von 176 auf 170 US-Dollar, behielten jedoch ihre Kaufempfehlung bei.

Zur Begründung verwiesen sie auf vorsichtigere Annahmen für den chinesischen Einzelhandel, die jedoch durch den optimistischen Ausblick für das Cloud-Geschäft teilweise kompensiert würden. Neue Impulse für die Bewertung des Konzerns werden für den 1. Dezember erwartet, wenn Alibaba die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal vorlegt.

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