Alcon Aktie: Zollrückerstattung stützt Prognose

Alcon hebt nach starkem Quartal die Jahresprognose an. Eine erwartete US-Zollrückerstattung von 60 Mio. Dollar entlastet die Kosten und treibt die Aktie an.

Auf einen Blick:
  • Aktie führt SMI mit Plus an
  • Quartalsumsatz steigt um acht Prozent
  • Zollkosten-Prognose deutlich gesenkt
  • Kerngewinnwachstum erneut angehoben

Alcon hat am Montagabend nach US-Börsenschluss die Jahresziele erhöht — und liefert damit den klaren Spitzenreiter im Schweizer Leitindex. Die Aktie legte am Dienstag um 4,7 Prozent zu und führte den SMI an, während der Gesamtindex leicht nachgab.

Der Augenheilmittelkonzern erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 2,78 Milliarden Dollar, ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. In Lokalwährung lag das Wachstum bei 7 Prozent, nach lediglich 3 Prozent in der Vergleichsperiode 2025. Der bereinigte Gewinn je Aktie kam auf 0,84 Dollar und übertraf die Markterwartung von 0,75 Dollar deutlich.

Zölle belasten weniger als erwartet

Besonders bemerkenswert ist die Neubewertung der Zollbelastung. Alcon rechnet nun für das Gesamtjahr nur noch mit Kosten zwischen 40 und 90 Millionen Dollar, statt bisher 100 bis 150 Millionen Dollar. Der Grund: Das Unternehmen erwartet eine Rückerstattung von rund 60 Millionen Dollar von der US-Regierung. Die USA sind für Alcon kein Nebenschauplatz — im ersten Halbjahr entfielen 45 Prozent der Nettoumsätze auf den amerikanischen Markt, wo auch die meisten Produktionsstätten des Konzerns liegen.

Entsprechend hob das Unternehmen seine Prognosen gleich an mehreren Stellen an. Die operative Kernmarge soll 2026 um 90 bis 190 Basispunkte steigen, mehr als die zuvor angepeilten 70 bis 170 Basispunkte. Beim Kerngewinn je Aktie erwartet Alcon nun ein Wachstum von 12 bis 15 Prozent — bereits die zweite Anhebung in diesem Jahr, nachdem im Mai noch 10 bis 13 Prozent avisiert waren. Die Umsatzwachstumsprognose von 5 bis 7 Prozent zu konstanten Wechselkursen bleibt unverändert.

Starke operative Marge im Quartal

Die operative Kernmarge lag im zweiten Quartal bei 20,6 Prozent. Als Treiber nennt das Unternehmen neue Produkteinführungen und eine starke Umsetzung im Vertrieb. Der Kursanstieg hebt sich damit deutlich vom Branchenumfeld ab: Die anderen Schwergewichte im SMI, Novartis, Roche und Nestlé, verzeichneten am selben Tag leichte Verluste.

Mit den angehobenen Zielen für Marge und Gewinnwachstum hat Alcon die Erwartungen für das zweite Halbjahr klar nach oben verschoben. Die nächste Möglichkeit für den Markt, diese Prognosen zu überprüfen, bietet der Bericht zum dritten Quartal.

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