Alcoa hat am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt, und der Markt hat wenig Freude daran gehabt. Die Aktie fiel am Freitag wie ein nasser Sack um 6,8 Prozent auf 65,62 Dollar. Nicht dramatisch, aber auch kein Zeichen von Begeisterung.
Der Hormuz-Effekt
Das Problem sitzt tief im globalen Rohstoffsystem. Durch die Straße von Hormuz fließen jährlich rund 8,8 Millionen Tonnen Alumina und 6 Millionen Tonnen Bauxit. Im ersten Quartal war der maritime Verkehr dort weitgehend blockiert. CEO Bill Oplinger brachte es auf den Punkt: „Das ist eine erhebliche Störung des globalen Systems.“
Alcoa musste Millionen Tonnen Raffineriekapazität umleiten, die eigentlich für den Nahen Osten bestimmt waren, nun landet vieles davon in China. Das schafft dort ein Überangebot. Demnach erwartet Alcoa Preisdruck und schwache Nachfrage von Nahost-Schmelzern noch durch die gesamte erste Jahreshälfte.
Mehr als 2,5 Millionen Tonnen jährlicher Schmelzkapazität und fast 2 Millionen Tonnen Raffineriekapazität sind seit Jahresbeginn offline. Alumina-Lieferungen brachen im Vergleich zum Vorquartal um 31 Prozent ein, Aluminium-Lieferungen um 8 Prozent.
Alcoa Corporation Aktie Chart
Zahlen, die nicht reichen
Umsatz: 3,19 Milliarden Dollar, ein Minus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten laut FactSet 3,28 Milliarden erwartet. Gewinn: 425 Millionen Dollar, nach 548 Millionen im Vorjahreszeitraum. Bereinigtes Ergebnis je Aktie bei 1,40 Dollar, erwartet waren 1,53 Dollar. Alles knapp daneben, aber eben daneben.
Der eine Lichtblick
Aluminium-Preise steigen auf längere Sicht, weil die Lagerbestände knapp sind und der Konflikt im Nahen Osten, einer der größten Aluminium-Exportregionen der Welt, das Angebot weiter einschränkt. Das schützt Alcoa vor dem schlimmsten Szenario. Zudem soll im zweiten Quartal die Neustartanlage im spanischen San Ciprián positiv beitragen, und das Aluminium-Segment erwartet ein Ebitda-Plus von 55 Millionen Dollar. Im Alumina-Segment hingegen drohen 15 Millionen Dollar Belastung.
Die Jahresprognose für Produktion und Liefermengen hat Alcoa bestätigt. Wer das als Beruhigungspille nimmt, sollte sich fragen, ob der Iran-Konflikt im zweiten Halbjahr wirklich einfach aufhört, die Lieferkette zu stören.
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