Es war der größte Tagesverlierer im S&P 500, und das mit Anlauf: Die Albemarle-Aktie rauschte am Donnerstag um 5 Prozent nach unten, nachdem die australische Tochter des Lithiumkonzerns eine Abschreibung von 820 Millionen Dollar für die Schließung der Kemerton-Raffinerie verbucht hatte. Australiens größte Lithiumraffinerie. Einfach dicht.
Jahre der Verluste, dann das Ende
Albemarle begründete den Schritt nüchtern: „Die Entscheidung fiel aufgrund der Preisvolatilität am Markt und weil die Preise die Konversionskosten in Kemerton nicht gedeckt haben.“ Das klingt nach Buchhaltersprache, steckt aber ein reales Problem dahinter.
Die Anlage hat nie wirklich funktioniert, zumindest nicht wirtschaftlich. Im Vorjahr hatte die australische Tochter bereits eine Milliarde Dollar auf Kemerton abgeschrieben und dabei einen Nettoverlust von knapp zwei Milliarden Dollar eingefahren. Diesmal sind es 854 Millionen Dollar Verlust nach Steuern, was Albemarle als Verbesserung verkauft. Ob das reicht?
Albemarle Corporation Aktie Chart
Der Preis steigt, die Raffinerie schließt trotzdem
Das Bittere an der Geschichte ist das Timing. Lithium-Spodumen hat sich von seinen Tiefs bei rund 575 Dollar je Tonne im vergangenen Juni auf annähernd 3.000 Dollar diesen Monat erholt, laut Daten von S&P Global Platts. Der Markt dreht gerade, und Kemerton geht vom Netz. Albemarle spricht von „care and maintenance“, also einer Art Konservierung der Anlage, nicht einem endgültigen Abriss. Doch das klingt nach Gesichtswahrung.
375 Millionen kommen noch
Dazu hat Albemarle weitere 375 Millionen Dollar an Belastungen angekündigt, aufgeteilt auf zwei Jahre: 150 Millionen noch in diesem Jahr, 225 Millionen 2027. Wer also dachte, mit der 820-Millionen-Meldung sei der Schmerz abgehakt, hat sich geirrt. Die Rechnung für Kemerton läuft weiter, auch wenn die Öfen kalt sind.
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