Albemarle verlor am Mittwoch 2,12 Prozent, und der Auslöser war klar: Rothschild Redburn hat die Aktie des Lithiumförderers von Buy auf Neutral zurückgestuft, Kursziel 188 US-Dollar. Analyst Mazahir Mammadli liefert dazu eine Geschichte, die man nicht so leicht wegwischt.
Der Lag macht den Unterschied
Mammadli weist auf eine Mechanik hin, die Albemarle-Anleger kennen sollten: Preisveränderungen beim Spodumen schlagen erst mit rund drei Monaten Verzögerung auf die Ergebnisse durch. Wenn die Spotpreise also im zweiten Quartal ihren Höhepunkt erreichen, dann dürfte Albemarles Gewinnspitze im dritten Quartal liegen, nicht früher. Danach, so die Logik des Analysten, geht es bergab.
Albemarle Corporation Aktie Chart
China zieht die Fäden
Der eigentliche Kern von Mammadlis Bärenfall spielt sich in China ab. Ab 2027 werden die Exportsteuer-Rückerstattungen für Batterien und Batteriekomponenten schrittweise abgeschafft. Die Industrie antwortet darauf schon jetzt: erhöhte Produktion im Jahr 2026, um die Nachfrage vorzuziehen. Mammadli nennt das klar beim Namen, eine Überproduktion, die 2027 zu einer spürbaren Verlangsamung der Lithiumnachfrage führen wird.
Gleichzeitig wächst das Angebot in China, Argentinien und den USA. Mammadli erwartet, dass die Lithiumkarbonat-Preise bis Ende des Jahres auf 15 bis 16 Dollar je Kilogramm fallen. Das wäre kein sanfter Rückgang.
Rückkehr zum Marktüberschuss
Das zentrale Argument der Herabstufung ist demnach struktureller Natur: Ab 2027 rechnet Rothschild mit einem Rückkehr zum Marktüberschuss, der die Investitionsthese für große Lithiumproduzenten wie Albemarle aushöhlt. Achterbahn bei den Gewinnen, so beschreibt Mammadli die Perspektive, und das ist kein Kompliment.
Wer auf eine schnelle Erholung des Lithiumzyklus gesetzt hat, bekommt von Rothschild heute eine andere Rechnung präsentiert.
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