Thyssenkrupp steckt tiefer in der Krise als erwartet. Hohe Kosten für die Sanierung seines Stahlgeschäfts drücken das Ergebnis massiv nach unten.
Bei Thyssenkrupp geht das Geschäftsjahr von Oktober bis Ende September des Folgejahres. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 ging daher von Oktober bis Ende Dezember 2025.
Quartalszahlen Q1/26 Thyssenkrupp im Überblick
| Kennzahl | Gemeldet | Vorjahr |
| Umsatz | 7,19 Mrd. Euro | 7,83 Mrd. Euro |
| EBIT | – 240 Mio. Euro | + 102 Mio.Euro |
| Ergebnis | – 353 Mio. Euro | – 51 Mio. Euro |
| Free Cashflow | – 1,49 Mrd. Euro | + 19 Mio. Euro |
Thyssenkrupp Aktie Chart
Die harte Wahrheit
Stahl kostet Geld statt Geld zu bringen. Restrukturierungen und hohe Lasten fressen den Gewinn auf. Auch eine Reihe von Abschreibungen im Bereich Automation belastet die Zahlen zusätzlich.
Zwar kann das bereinigte EBIT – operative Ergebnis, bei dem einmalige Sondereffekte herausgerechnet wurden – und rund 10 Prozent auf 211 Mio. Euro steigen und fällt leicht über den Erwartungen aus. Doch dieser Lichtblick ist für Anleger dünn, weil der Umsatz gleichzeitig um acht Prozent schrumpft. Die Nachfrage bleibt schwach, Preise fallen, und Großaufträge fehlen.
Besonders der Auftragseingang brach um 38 Prozent ein. Ein Jahr zuvor hatte vor allem der Marineschiffbauer TKMS (Thyssenkrupp Marine Systems) für kräftigen Auftragsboom gesorgt.
Die Aktie reagiert empfindlich
Die Aktie von Thyssenkrupp gibt im Handel deutlich nach, nachdem sie zuvor über 30 Prozent in diesem Jahr zugelegt hatte. Experten sehen nun den schwachen freien Cashflow kritisch.
Trotz der miesen Zahlen hält das Management an der Jahresprognose fest. Die Sanierung des Stahlbetriebs geht weiter – mit oder ohne einen Käufer. Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Jindal Steel laufen, doch eine Entscheidung steht noch aus.
Für Anleger bedeutet das
Vorsicht bleibt geboten. Der Konzern zeigt Fortschritte bei Effizienz und Struktur, doch das operative Umfeld bleibt hart. Besonders im Stahlbereich droht weiterer Druck.
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