Wer die Quartalszahlen von AkzoNobel nur überfliegt, könnte zufrieden nicken. Die Marge stimmt, der Ausblick steht, die Verschuldung sinkt. Doch wer genauer hinschaut, merkt: Der Teufel steckt im Detail.
Umsatz weg, Marge rauf
Im ersten Quartal 2026 erzielte AkzoNobel einen Umsatz von 2,39 Milliarden Euro, das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Organisch allerdings nur minus 1 Prozent. Der Rest erklärt sich durch den starken Euro, der allein 5 Prozentpunkte kostete, und den Abgang des Indien-Geschäfts mit weiteren 3 Punkten. Wer also über den Umsatzrückgang klagt, klagt vor allem über Währungspech und eine bewusste Portfoliobereinigung.
Das Adjusted EBITDA lag bei 345 Millionen Euro, nominal 3 Prozent unter Vorjahr. Bereinigt um Währung und Indien-Desinvestition war es tatsächlich 24 Millionen Euro besser. Die Marge stieg auf 14,5 Prozent, nach 13,7 Prozent im Vorjahr. Das ist ordentlich. Getrieben von einer verbesserten Bruttomarge, die auf 42,5 Prozent kletterte.
Zwei Segmente, zwei Welten
Hier wird es interessant. Decorative Paints lieferte eine Marge von 17,3 Prozent, nach 14,3 Prozent im Vorjahr. Starkes Wachstum in Asien, positive Preiseffekte in EMEA und Lateinamerika. Das Segment läuft.
Performance Coatings hingegen enttäuschte. Die Marge fiel von 14,6 auf 13,7 Prozent, das Adjusted EBITDA sank um 15 Prozent auf 196 Millionen Euro. Organisch minus 3 Prozent, getrieben von schwächeren Volumina in Europa und Nordamerika. Automotive in China schwächelt, Marine leidet unter Projektverschiebungen. Wer auf AkzoNobel setzt, setzt eben auf beide Segmente, nicht nur auf das Schöne.
Cashflow noch im Minus
Der operative Cashflow war im ersten Quartal negativ, minus 86 Millionen Euro. Das klingt schlimm, ist aber saisonal üblich, und gegenüber minus 112 Millionen Euro im Vorjahr immerhin eine Verbesserung. Das Working Capital baut sich im ersten Quartal traditionell auf. Der Free Cashflow verbesserte sich auf minus 144 Millionen Euro, von minus 183 Millionen Euro im Vorjahr.
Akzo Nobel N.V. Aktie Chart
Axalta wartet noch
Die geplante Fusion mit Axalta bleibt das große Thema. Der Abschluss wird erwartet Ende 2026 oder Anfang 2027, vorbehaltlich Aktionärs- und Regulierungsgenehmigungen. Ende März reichte AkzoNobel beim SEC eine erste vertrauliche Einreichung ein. Ob das alles reibungslos läuft, ist offen. Die Kündigungsgebühr bei Scheitern liegt bei 150 Millionen Euro, für beide Seiten.
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 steht: Adjusted EBITDA bei oder über 1,47 Milliarden Euro. Für die mittelfristige Marge peilt das Unternehmen über 16 Prozent an. Aktuell liegt man bei 14,5 Prozent. Der Weg ist also noch weit, aber die Richtung stimmt, zumindest im Decorative-Segment.
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