Akzo Nobel-Aktie: Was für eine Prämie!

Die Akzo Nobel-Aktie schoss am Mittwoch um 19% in die Höhe und beendete den Handelstag auf einem neuen 12-Monatshoch. Was steckte hinter der Kursexplosion?

Auf einen Blick:
  • Nippon Paint und Sherwin-Williams wollen Akzo Nobel übernehmen
  • Barangebot an Aktionäre in Höhe von 73 Euro je Aktie
  • Vorstand und Aufsichtsrat lehnen ab und bevorzugen Fusion mit Axalta

Die Akzo Nobel-Aktie schoss am gestrigen Mittwoch um 19 Prozent in die Höhe und beendete den Handelstag auf einem neuen 12-Monatshoch. Was steckte hinter der Kursexplosion des niederländischen Chemiekonzerns?

Ein unerwartetes Angebot

Grund für den heftigen Kurssprung der Akzo Nobel-Aktie war die offizielle Bekanntgabe, dass ein Konsortium aus zwei globalen Schwergewichten der Branche – Nippon Paint aus Japan und The Sherwin-Williams Company aus den USA – ein gigantisches Übernahmeangebot auf den Tisch gelegt hatte. Obwohl der Vorstand von Akzo Nobel das Angebot umgehend abgelehnt hat, löste die Nachricht ein Kursfeuerwerk aus.

Das lag an den Details des Deals. Das Bieterkonsortium bot den Aktionären von Akzo Nobel ein Barangebot von 73 Euro je Aktie. Verglichen mit dem Schlusskurs vom Dienstag (ca. 52,50 Euro) bedeutete dieses Angebot eine Übernahmeprämie von rund 39 Prozent.

Der Plan von Nippon Paint und Sherwin-Williams sieht vor, Akzo Nobel nach dem Kauf untereinander aufzuteilen. Nippon Paint will die Segmente dekorative Farben und industrielle Beschichtungen behalten. Sherwin-Williams würde die Sparten Autolacke, Spezialbeschichtungen, Marine- und Pulverbeschichtungen übernehmen.

Ein anderer Partner wird bevorzugt

Vorstand und Aufsichtsrat von Akzo Nobel haben das Angebot einstimmig zurückgewiesen. Die offizielle Begründung lautet, dass die 73 Euro den langfristigen Wert des Unternehmens bei weitem nicht widerspiegeln. Zudem gab es große Bedenken, ob eine solche Zerschlagung überhaupt die Freigabe der Kartellbehörden erhalten würde.

Akzo Nobel betonte, dass man lieber an den Plänen für eine „Fusion unter Gleichen“ mit dem US-Konkurrenten Axalta Coating Systems festhalten will (die bereits im November 2025 angekündigt wurde). Die Gremien sind überzeugt, dass dieser Zusammenschluss langfristig noch mehr Wert für die Aktionäre schafft.

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