Akamai baut seine KI-Cloud mit zusätzlichen GPU-Clustern und neuen Betriebsangeboten aus. Gestern stellte das Unternehmen Akamai Inference und Akamai Agent Sandbox vor. Beide Produkte befinden sich in der Beta. Für Anleger verbindet die Ankündigung den Ausbau der Recheninfrastruktur mit konkreten Diensten für den Einsatz von KI-Modellen und die kontrollierte Ausführung von Agenten-Code.
Inferenz mit unterschiedlichen Betriebsmodellen
Akamai Inference bietet OpenAI-kompatible Programmierschnittstellen und startet mit 12 Open-Weight-Modellen. Kunden können zwischen einer serverlosen Bereitstellung mit nutzungsabhängiger Abrechnung und dedizierten Bereitstellungen wählen. Zum Angebot gehören außerdem Embedding-Modelle für Anwendungen, die Sprachmodelle mit zusätzlichen Informationen versorgen.
Damit adressiert Akamai unterschiedliche Anforderungen an den Betrieb von KI-Anwendungen. Die serverlose Variante koppelt die Abrechnung an die Nutzung. Daneben steht die dedizierte Bereitstellung als eigenständige Option. Die neuen Dienste sind allerdings noch Beta-Angebote und damit kein abgeschlossener Produktrollout.
Agent Sandbox ergänzt die Modellbereitstellung um eine kontrollierte Ausführungsumgebung. Das Angebot isoliert Agenten-Code mithilfe von WebAssembly und dem Spin-Framework. Es begrenzt Rechenleistung, Speicher sowie Netzwerk- und Systemzugriffe. Nach Angaben des Unternehmens blockiert die Umgebung ausgehende Netzwerkverbindungen standardmäßig.
Die Angebote übernehmen somit unterschiedliche Aufgaben: Inference stellt den Zugang zu Modellen bereit. Sandbox soll den von Agenten ausgeführten Code eingrenzen. Für die Einordnung der Ankündigung ist diese Trennung wichtiger als die bloße Zahl neuer Produkte.
Blackwell Ultra ergänzt die Infrastruktur
Parallel hat Akamai seine GPU-Flotte um NVIDIA Blackwell Ultra erweitert. Die Knoten verfügen über 288 GB HBM3e je GPU und insgesamt 2,3 TB HBM3e. Damit ergänzt das Unternehmen die neuen Softwareangebote um zusätzliche Recheninfrastruktur.
Der Ausbau endet nach den Unternehmensplänen nicht bei dieser Hardwaregeneration. Akamai bereitet seine Rechenzentren auch auf NVIDIA Vera Rubin vor. Dessen Unterstützung ist für 2027 geplant. Das bleibt eine Zukunftsplanung und ist von den bereits ergänzten Blackwell-Ultra-Clustern zu unterscheiden.
Vertragsvolumen betrifft das gesamte Cloud-Geschäft
Als wirtschaftlichen Hintergrund nennt Akamai bestehende mehrjährige Cloud-Verträge mit einem Gesamtwert von mehr als 14 Mrd. US-Dollar. Diese Summe betrifft das gesamte Cloud-Geschäft. Sie ist daher nicht als Vertragsvolumen der gestern vorgestellten Beta-Produkte zu verstehen.
Für Anleger liegt die Bedeutung der Ankündigung im Zusammenspiel von Infrastruktur und Anwendungen: Akamai erweitert die Hardwarebasis und bietet zugleich zusätzliche Wege zur Nutzung von KI-Modellen. Der Beta-Status begrenzt jedoch die Aussagekraft des Produktstarts. Das bestehende Cloud-Vertragsvolumen liefert geschäftlichen Kontext, belegt aber keinen Umsatzbeitrag der neuen Dienste.
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