Aixtron steckt in einer Phase wachsender Divergenz: Während das Geschäft mit Laseranlagen für Rechenzentren regelrecht boomt, bricht die Nachfrage nach Anlagen für Leistungshalbleiter weiter ein. Diese Zweiteilung prägt die Einschätzung der Analysten, die ihre Kursziele nach den Halbjahreszahlen von Ende Juli deutlich nach unten angepasst haben.
Optoelektronik trägt das Geschäft
Im zweiten Quartal 2026 machten Optoelektronik-Ausrüstungen bereits 54 Prozent der Ausrüstungserlöse aus – vor einem Jahr waren es im ersten Halbjahr gerade einmal 9 Prozent. Der Grund: Laser für KI-Rechenzentren sind gefragt wie nie. Gleichzeitig schrumpft der Anteil von Anlagen für Galliumnitrid-Halbleiter (GaN) auf 16 Prozent nach 26 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Noch drastischer der Einbruch bei Siliziumkarbid (SiC): Der Anteil fiel von 45 auf nur noch 6 Prozent. Die Leistungselektronik-Sparte, lange ein Wachstumstreiber für Aixtron, wartet derzeit auf neue Impulse aus der Elektromobilität und Industrieanwendungen.
Für Anleger bedeutet das: Der Konzern kompensiert die Schwäche in einem Segment durch die Stärke im anderen – ein Muster, das die Schwankungsbreite der Aktie erklärt.
Analysten reagieren uneinheitlich
Die jüngsten Kurszielanpassungen zeigen, wie unterschiedlich Analysehäuser die Lage bewerten. JPMorgan senkte sein Kursziel am 3. August auf 60 Euro, von zuvor 70 Euro im Juni, bestätigte aber das Rating „Overweight“. Die Begründung: Das Optoelektronik-Geschäft entwickle sich stärker als erwartet, doch die Auftragsdynamik bei GaN- und SiC-Anlagen bleibe abwartend.
Jefferies kappte sein Kursziel bereits Ende Juli deutlich von 73 auf 44 Euro, hielt jedoch am „Buy“-Rating fest. Konservativer positionieren sich Deutsche Bank (Kursziel 43 Euro, „Hold“) und DZ Bank (40 Euro, „Halten“).
Die Spanne der Kursziele zwischen 40 und 60 Euro spiegelt die Unsicherheit über das Tempo der Erholung im Leistungselektronik-Segment wider. Der aktuelle Kurs von 35,41 Euro notiert damit unterhalb sämtlicher genannter Kursziele – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Risiken derzeit stärker gewichtet als die Analysten selbst.
Ausblick bleibt intakt, Details entscheiden
Am Fundament der Jahresprognose 2026 hat sich seit der Bestätigung im Sommer nichts geändert: Aixtron peilt weiterhin einen Umsatz von 560 Millionen Euro plus/minus 30 Millionen Euro an, bei einer Bruttomarge von rund 42 Prozent und einer EBIT-Marge zwischen 17 und 20 Prozent.
Für das dritte Quartal wird ein Umsatz von 180 Millionen Euro plus/minus 20 Millionen Euro erwartet, im vierten Quartal sollen es rund 200 Millionen Euro werden.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte sein, ob sich die Auftragslage bei Leistungselektronik-Anlagen stabilisiert, während das Optoelektronik-Geschäft seine Dynamik hält.
Für 2027 stellt der Konzern eine weitere Verbesserung der Bruttomarge in Aussicht, getragen von einem besseren Produktmix und einer besseren Fixkostenabsorption. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spiegelbild zweier gegenläufiger Trends innerhalb desselben Unternehmens.
Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 03. September liefert die Antwort:
Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
