Aixtron Aktie: Lumentum bestellt G10-AsP-Systeme

Der Wandel zur Optoelektronik beschert Aixtron einen Auftragsboom und eine angehobene Prognose. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Kursplus.

Auf einen Blick:
  • Optoelektronik-Anteil steigt auf 52 Prozent
  • Auftragseingang wächst um 30 Prozent
  • Umsatzprognose für 2026 angehoben
  • Aktienkurs legt über sechs Prozent zu

Aixtron durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Galt das Unternehmen lange als Play auf Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC), ist nun ein anderer Bereich zum dominierenden Wachstumstreiber geworden: die Optoelektronik. Das hat unmittelbare Folgen für Aufträge und Börsenkurs.

Lumentum-Auftrag als Beleg für Trendwende

Einen aktuellen Beleg liefert ein Auftrag von Lumentum, einem Spezialisten für photonische Technologien in KI-Rechenzentren. Lumentum bestellte mehrere G10-AsP-Systeme von Aixtron zur Herstellung indiumphosphidbasierter Bauelemente – Laser und Detektoren für die optische Konnektivität.

Die Plattform gilt als Standard für die hochvolumige Produktion von 150-mm-InP-Wafern. Lumentum baut damit seine Fertigungskapazitäten aus, um die wachsende Nachfrage nach KI-Infrastruktur zu bedienen.

Optosegment treibt Auftragseingang

Der Auftrag ist kein Einzelfall, sondern Teil eines strukturellen Trends. Der Anteil der Optoelektronik am Anlagenerlös stieg binnen eines Jahres von 10 auf 52 Prozent. Im ersten Quartal 2026 erreichte der Auftragseingang 171,4 Millionen Euro – ein Plus von 30 Prozent zum Vorjahr. Aixtron nannte die Optoelektronik als Haupttreiber.

Der gesamte Auftragsbestand lag zum 31. März bei 359,1 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 307,9 Millionen Euro. Ende 2025 stand der Wert noch bei 257,8 Millionen Euro.

Prognose angehoben, Kurs im Höhenflug

Die Dynamik veranlasste Aixtron im Frühjahr zu einer Prognoseerhöhung. Der Umsatzausblick für 2026 stieg von 520 auf 560 Millionen Euro (±30 Millionen). Die Bruttomarge soll nun bei rund 42 Prozent liegen, die EBIT-Marge zwischen 17 und 20 Prozent.

Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen rund 110 Millionen Euro (±10 Millionen) Umsatz – größere Systemauslieferungen stehen an.

Die Börse honoriert die Entwicklung. Die Aktie legte innerhalb von 24 Stunden um über sechs Prozent zu. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Plus mehr als 21 Prozent. Die Jahresperformance liegt bei rund 229 Prozent.

Bewertung wird zum Diskussionsthema

Mit der Rally wächst die Debatte um die Bewertung. Bei einem Umsatz von 503,4 Millionen Euro, einem Nettogewinn von 58,2 Millionen Euro und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 99 zählt Aixtron zu den teuersten Titeln im Sektor. Investoren wägen die schuldenfreie Bilanz gegen das hohe KGV ab.

Die Privatbank Berenberg stufte die Aktie im Mai auf „Hold“ von zuvor „Buy“ herunter und setzte ein Kursziel von 42 Euro. Die Begründung: Der Markt habe die Engpass-Dynamik in der Optoelektronik-Lieferkette nach dem Kursanstieg von 195 Prozent seit Jahresbeginn nun eingepreist. Die Umsatzschätzungen für 2026 und 2027 hoben die Analysten dennoch um 9 bis 13 Prozent an, die EBIT-Prognosen um 20 bis 24 Prozent.

GaN bleibt zweites Standbein

Parallel zur Optoelektronik läuft auch das GaN-Geschäft. Aixtron lieferte Renesas mehrere G5+C-Systeme für den Ausbau der Produktion von Galliumnitrid-Komponenten. Einsatzbereiche sind E-Mobilität, Automotive, Rechenzentren und erneuerbare Energien.

Die GaN-Nachfrage soll im Laufe des Jahres weiter zulegen. Eine Erholung des SiC-Marktes erwarten Analysten frühestens im zweiten Halbjahr 2026 oder Anfang 2027.

Der nächste wichtige Termin ist der Halbjahresbericht im Juli. Dann zeigt sich, ob die Auftragsversprechen aus der Optoelektronik in entsprechende Umsatzzahlen münden.

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