Aixtron Aktie: JPMorgan sieht 65 Prozent Potenzial

JPMorgan senkt das Kursziel für Aixtron auf 60 Euro, hält aber an der Overweight-Einstufung fest. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 65 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Kursziel sinkt auf 60 Euro
  • Overweight-Einstufung bleibt bestehen
  • Optoelektronik treibt Auftragseingang
  • Prognose für 2026 unverändert

Nach den Halbjahreszahlen von Aixtron greift JPMorgan zum Rotstift. Das Kursziel sinkt von 70 auf 60 Euro. Die Einstufung bleibt trotzdem „Overweight“ — und genau dieser Widerspruch macht die Bewertung interessant.

JPMorgan senkt Kursziel, bleibt aber optimistisch

Analyst Craig A. McDowell begründet den Schritt nicht mit schlechteren Aussichten. Er trägt damit vielmehr der jüngsten Kursentwicklung und kurzfristigen Unsicherheiten in Teilmärkten Rechnung. Ausschlaggebend war auch ein Gespräch mit Finanzvorstand Christian Danninger, das der Analyst als „extrem positiv“ im Ton beschreibt.

Bei einem aktuellen Kurs von 36,28 Euro impliziert das neue Kursziel ein Aufwärtspotenzial von über 65 Prozent. Das ist eine deutliche Ansage für einen TecDAX-Titel, der zuletzt kräftig unter Druck stand.

Optoelektronik zieht, Leistungselektronik hinkt hinterher

Aixtron lebt aktuell von einem Bereich: der Optoelektronik. Das Management meldet eine hohe und anhaltende Nachfrage, getrieben von Investitionen in KI-Rechenzentren. Optische Verbindungen etablieren sich dort zunehmend als Standard. Das treibt die Nachfrage nach den G10-AsP-Systemen des Unternehmens.

Im zweiten Quartal 2026 kam rund drei Viertel des gesamten Auftragseingangs aus diesem Segment. Ganz anders sieht es bei Siliziumkarbid und Galliumnitrid aus. Hier bleibt unklar, wann das Wachstum wieder anzieht. Die Kundenauslastung steigt zwar allmählich, eine breite Erholung lässt aber noch auf sich warten.

Prognose bestätigt trotz Umsatzrückgang

Der Umsatz sank im ersten Halbjahr auf 174,5 Millionen Euro, nach 249,9 Millionen Euro im Vorjahr. Trotzdem hält Aixtron an der im April angehobenen Jahresprognose fest. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin rund 560 Millionen Euro Umsatz, mit einer EBIT-Marge zwischen 17 und 20 Prozent.

Das EBIT lag im ersten Halbjahr bei minus 7,6 Millionen Euro. Einmalige Kosten für den Personalabbau belasteten das Ergebnis. Positiver Kontrast dazu: der operative Cashflow. Er erreichte 172,7 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten, getrieben von hohen Kundenanzahlungen für Anlagenauslieferungen im zweiten Halbjahr.

Charttechnik zeigt erste Stabilisierung

Die Aktie notiert derzeit rund 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,68 Euro, erreicht im Juni 2026. Der RSI von 37,1 deutet auf eine mögliche technische Bodenbildung nach dem Ausverkauf im Halbleitersektor hin. Die Volatilität bleibt mit über 80 Prozent auf Sicht von 30 Tagen aber hoch.

Im dritten Quartal soll der Start größerer Laser-System-Auslieferungen die Umsatzseite wieder stärken. Ob das reicht, um die Lücke zwischen Kurs und JPMorgan-Kursziel zu schließen, hängt vor allem von einem ab: der Erholung im Leistungselektronik-Geschäft.

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