Aixtron steht vor einer entscheidenden Woche. Am 30. Juli legt der Chip-Anlagenbauer seinen Halbjahresbericht vor. Die zentrale Frage: Schafft es das Unternehmen, den kräftigen Auftragsboom endlich in Umsatz und Marge zu verwandeln?
Kursachterbahn vor dem Stichtag
Die Aixtron-Aktie zeigt sich in den vergangenen Wochen extrem schwankungsanfällig. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 123,81 Prozent zu Buche, allein in den letzten 30 Tagen brach der Kurs aber um 25,16 Prozent ein.
Am Dienstag schloss die Aktie bei 43,81 Euro, rund 30,11 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 18. Juni. Vom Jahrestief ist die Aktie dennoch weit entfernt.
Im September 2025 lag dieses bei 12,02 Euro, aktuell notiert die Aktie 264,63 Prozent darüber. Die Schwankungsbreite bleibt trotzdem enorm.
Trotz der jüngsten Schwäche haben Großinvestoren wie UBS und Goldman Sachs ihre Anteile Berichten zufolge aufgestockt. Institutionelle Anleger setzen offenbar auf das langfristige Potenzial, während kurzfristige Sorgen den Kurs belasten. Der RSI von 39,7 signalisiert dabei eine zuletzt überverkaufte Aktie, die annualisierte Volatilität liegt bei 84,19 Prozent.
Optoelektronik boomt, Leistungselektronik schwächelt
Im April hob Aixtron seine Jahresprognose für 2026 an. Der Umsatz soll nun bei rund 560 Millionen Euro landen, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 30 Millionen Euro. Zuvor hatte der Vorstand nur 520 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Auch die Marge steigt: Das EBIT soll künftig 17 bis 20 Prozent des Umsatzes erreichen. Zuvor galten 16 bis 19 Prozent als Zielmarke. Grund für den Optimismus ist die unerwartet starke Nachfrage im Optoelektronik-Segment.
Diese Nachfrage zeigt sich deutlich im Auftragseingang. Im ersten Quartal 2026 stieg dieser um rund 30 Prozent auf etwa 171 Millionen Euro. Mehr als 65 Prozent davon entfielen auf die Optoelektronik-Sparte.
Der Treiber dahinter ist der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren, die Laserchips für optische Datenverbindungen benötigen. Aixtron profitiert direkt von diesem Boom.
Beim Umsatz zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Im ersten Quartal erzielte Aixtron lediglich rund 59 Millionen Euro, deutlich weniger als im Vorjahr. Saisonale Effekte und eine schwache Nachfrage im Leistungselektronik-Geschäft bremsten das Geschäft.
Unterm Strich stand ein operativer Verlust von rund 22 Millionen Euro. Einmalige Personalmaßnahmen belasteten das Ergebnis zusätzlich. Auch die Nachfrage nach Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Werkzeugen blieb im ersten Quartal verhalten.
Auftragsbestand als Prüfstein
Für das zweite Quartal erwartet der Vorstand Erlöse von rund 110 Millionen Euro, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 10 Millionen Euro. Entscheidend wird sein, wie schnell Aixtron den prallen Auftragsbestand aus der Optoelektronik abarbeitet. Dieser lag Ende des ersten Quartals bei 359,1 Millionen Euro.
Parallel dazu baut Aixtron eine neue Produktionsstätte in Malaysia auf. Das Werk soll die Fertigung flexibler machen und die Lieferketten absichern.
Analysten der US-Investmentbank JPMorgan äußerten sich in einem Bericht vom 13. Juli optimistisch. Sie erwarten für das zweite Quartal starke Impulse aus Asien. Das aktuelle Forward-KGV für 2026 gilt am Markt allerdings bereits als ambitioniert.
Der Halbjahresbericht am 30. Juli wird zeigen, ob Aixtron die hohen Erwartungen erfüllen kann. Bestätigt das Unternehmen den Ausblick für das zweite Quartal, dürfte das die Diskussion um die hohe Bewertung beruhigen. Verfehlt Aixtron die Marke von rund 110 Millionen Euro Umsatz, dürfte die Volatilität der vergangenen Wochen anhalten.
Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 15. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
