Die Einschätzungen führender Analysehäuser sorgten gestern für Bewegung bei den Papieren des Halbleiterausrüsters Aixtron. Während die Geschäftsentwicklung in der Optoelektronik die Erwartungen übertraf, zeigten sich in den für die Zukunft so wichtigen Bereichen Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC) deutliche Bremsspuren. Diese Mischung aus operativen Lichtblicken und fehlender Dynamik im Kerngeschäft prägte das Geschehen am Markt.
Analysten sehen gemischtes Bild bei Halbleiterausrüster
Die Experten von JPMorgan und der Deutschen Bank lieferten gestern eine detaillierte Bestandsaufnahme für das Unternehmen. JPMorgan bestätigte dabei die Einstufung „Overweight“. Dieser Schritt folgt auf eine Anpassung vor rund zwei Wochen, als das Haus das Kursziel für Aixtron gesenkt hatte. In der Folge verlor der Wert rund 8,8 Prozent an Boden. Die Deutsche Bank bekräftigte gestern ebenfalls ihre bestehende Einschätzung.
Ein zentraler Punkt der Analysen war das überraschend starke Abschneiden des Optoelektronik-Geschäfts. Dieser Bereich entwickelte sich besser, als viele Marktteilnehmer im Vorfeld prognostiziert hatten.
Dennoch reichten diese positiven Impulse nicht aus, um die Skepsis bezüglich der anderen Unternehmenssegmente vollständig zu zerstreuen. Die Analysten verwiesen darauf, dass die operative Entwicklung derzeit von gegensätzlichen Trends in den verschiedenen Endmärkten geprägt ist.
Fokus auf GaN und SiC bleibt ohne neuen Impuls
Im Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit standen gestern vor allem die Bereiche Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Diese Technologien gelten als entscheidende Wachstumstreiber für die Zukunft der Leistungselektronik.
Enttäuscht zeigten sich Marktbeobachter jedoch darüber, dass in diesen Segmenten der erhoffte neue Wachstumsschub ausblieb. Ohne diese zusätzliche Dynamik fehlt es der Aktie derzeit an einem klaren Katalysator für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung.
Die Marktreaktion fiel am gestrigen Montag entsprechend negativ aus. Das Papier verlor 2,3 Prozent und beendete den Handel bei einem Kurs von 36,74 Euro. Damit setzt sich eine kurzfristige Konsolidierungsphase fort. Bereits vor gut drei Wochen hatte die Meldung über das Überschreiten einer Meldeschwelle bei den Stimmrechtsanteilen für Unruhe gesorgt; seither hat die Aktie 5,8 Prozent an Wert eingebüßt.
Trotz der jüngsten Rücksetzer weist die Bilanz für das laufende Jahr weiterhin eine beeindruckende Stärke auf. Seit Jahresanfang verzeichnet Aixtron ein Plus von 112 Prozent.
Anleger beobachten nun genau, ob die Stabilisierung in der Optoelektronik den Grundstein für eine Erholung legen kann oder ob die fehlenden Impulse bei den GaN- und SiC-Anlagen die Kursentwicklung weiter deckeln werden. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Nachfrage in der Leistungselektronik zeitnah wieder anzieht.
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