Aixtron hat ein neues Etikett. Bisher galt der Anlagenbauer aus Herzogenrath primär als Profiteur der E-Mobilität. Nun identifiziert die Bank of America das Unternehmen als zentralen Baustein für den globalen KI-Infrastruktur-Boom.
Effizienz als neuer Wachstumstreiber
Die Bank of America hob das Kursziel für Aixtron massiv an. Statt bisher 54 Euro rufen die Analysten nun 72 Euro auf. Der Grund liegt im extremen Energiehunger moderner KI-Rechenzentren.
Diese benötigen hocheffiziente Leistungshalbleiter, um den explodierenden Strombedarf zu bewältigen. Der Markt für diese Spezialchips könnte sich bis zum Ende des Jahrzehnts laut Schätzungen mehr als verdreifachen.
Dominanz bei Spezialanlagen
Im Zentrum stehen Anlagen für Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC). Diese Materialien transportieren Daten schneller und sparen im Vergleich zu herkömmlichen Silizium-Lösungen massiv Energie ein.
Aixtron dominiert diesen Markt mit einer beeindruckenden Quote. Bei Systemen für die Gleichstromverteilung direkt an den Rechenknoten liegt der globale Marktanteil laut Analysten bei über 90 Prozent.
Auftragsboom in der Optoelektronik
Dazu verschiebt sich der Fokus innerhalb des Unternehmens. Der Bereich Optoelektronik steuerte zuletzt 52 Prozent zum Anlagenerlös bei — vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 10 Prozent.
Die Nachfrage nach Laser- und Detektortechnologie ist hoch. Im ersten Quartal stieg der Auftragseingang um 30 Prozent auf 171,4 Millionen Euro. Die hohe Nachfrage führt dazu, dass erste Kundenbestellungen bereits Kapazitäten für das kommende Jahr beanspruchen.
Dieser Lauf spiegelt sich im Aktienkurs wider. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert des Papiers mit einem Plus von rund 200 Prozent verdreifacht. Aktuell notiert der Titel bei 58,90 Euro.
Damit bleibt das jüngste Rekordhoch von 59,20 Euro in Schlagdistanz. Während Jefferies mit einem Ziel von 55,30 Euro vorsichtiger bleibt, setzt die US-Bank auf die langfristige Marktführerschaft bei Spezialanlagen.
Das Augenmerk richtet sich nun auf die zweite Jahreshälfte. Aixtron muss die Produktion der neuen G10-Anlagengeneration hochfahren, um die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. Konkrete Zahlen zur operativen Umsetzung folgen mit den nächsten Finanzberichten im Sommer.
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