Aixtron Aktie: Ausblick auf 2027 stützt Erholung

Symbolbild, KI-generiert

Mehr Bestellungen aus Optoelektronik und Leistungselektronik sowie höhere Margen prägen Aixtrons drittes Quartal.

Auf einen Blick:
  • Auftragseingang steigt um 122 Prozent
  • Leistungselektronik erreicht 24 Prozent der Bestellungen
  • Bruttomarge liegt bei 48 Prozent
  • Umsatzziel für 2026 bleibt unverändert

Aixtron hält den Jahresausblick für 2026 unverändert, schaut aber deutlich optimistischer nach vorn. Mit den endgültigen Zahlen zum dritten Quartal stellte das Unternehmen ein starkes Wachstumsjahr 2027 in Aussicht. Die Aktie setzt damit ihre Erholung vom Wochenbeginn fort und legte im frühen Xetra-Handel um gut fünf Prozent auf rund 33 Euro zu. Am Freitag hatte sie mit 28,25 Euro noch den tiefsten Stand seit Anfang März markiert.

Optik dominiert, Leistungselektronik zieht an

Der Auftragseingang kletterte im dritten Quartal um 122 Prozent auf knapp 275 Millionen Euro. Analysten hatten mit rund 210 Millionen Euro gerechnet. Gut zwei Drittel der Anlagenaufträge entfielen auf Optoelektronik, die vom Ausbau der KI-Rechenzentren profitiert. Dort braucht es Laserkomponenten für die Datenübertragung, weil Kupferkabel an Geschwindigkeits- und Effizienzgrenzen stoßen.

Neu ist der Blick auf die Leistungselektronik. Dieses Segment steuerte 24 Prozent der Anlagenbestellungen bei, nachdem sich Kunden hier lange zurückgehalten hatten. Erste Aufträge für Kapazitätserweiterungen und eine wachsende Pipeline deuten laut Unternehmen auf den Beginn einer Erholung bei Chips aus Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Jefferies-Analyst Om Bakhda spricht von einer Auftragslage, die in diesem Bereich an Fahrt gewinnt.

Rückenwind aus E-Mobilität und Rechenzentren

Die Gründe für den Stimmungswechsel liegen teils außerhalb der Chipbranche. Wegen hoher Ölpreise sind Elektroautos wieder stärker gefragt. Hinzu kommen neue 800-Volt-Architekturen für KI-Rechenzentren, die beide Chiptypen benötigen. Konzernchef Felix Grawert verweist zudem auf steigende Kundenauslastungen und Vorbereitungen für neue Kapazitäten.

Auch die Profitabilität überzeugte. Die Bruttomarge lag bei 48 Prozent, erwartet worden waren gut 44 Prozent. Die operative Marge erreichte 31 Prozent gegenüber 25 Prozent im Konsens. Der Umsatz stieg um 54 Prozent auf rund 184 Millionen Euro und übertraf die Erwartungen knapp.

Auftragspolster reicht bis 2027

Der Auftragsbestand summiert sich auf 549,4 Millionen Euro und schafft Umsatzsichtbarkeit bis ins Jahr 2027. Kundenanzahlungen von 110 Millionen Euro deckten 40 Prozent der Quartalsbestellungen ab, ein Hinweis auf verbindliche Nachfrage.

Für 2026 bleibt es bei einem Umsatz von 560 Millionen Euro, plus oder minus 30 Millionen. Die Bruttomarge soll bei rund 42 Prozent liegen, die operative Marge zwischen 17 und 20 Prozent. Das Management erwartet, dass der Auftragseingang in den kommenden Quartalen hoch bleibt oder weiter steigt. Ob sich die Leistungselektronik dabei tatsächlich als zweites Standbein etabliert, zeigen die Bestellzahlen der nächsten Quartalsberichte.

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