Die Geschäftsentwicklung beim Spezialanlagenbauer Aixtron zeigt im zweiten Quartal eine deutliche Dynamik im operativen Bereich. Während der Aktienkurs in den vergangenen Monaten eine ausgeprägte Volatilität verzeichnete, deuten neue Daten zum Auftragseingang auf eine robuste Nachfrage in Kernsegmenten hin.
Die Analysten von Deutsche Bank Research haben das Unternehmen heute erneut unter die Lupe genommen und heben insbesondere die positive Entwicklung bei den Bestellungen hervor.
Deutsche Bank bestätigt Halten-Einstufung
In einer aktuellen Analyse belässt der Analyst Michael Kuhn von Deutsche Bank Research die Einstufung für das Papier auf „Hold“. Das Kursziel wird unverändert bei 43 Euro gesehen. Wesentlicher Treiber für diese Einschätzung ist die Entwicklung der Auftragsbücher im zweiten Quartal.
Kuhn zufolge ist der Auftragseingang auf Jahressicht um mehr als vier Fünftel gestiegen. Diese Entwicklung korrigiert die Erwartungen vieler Marktteilnehmer, die nach dem ersten Quartal noch eine deutlich zurückhaltendere Nachfrage nach Laser-Anlagen für die Chip-Industrie prognostiziert hatten.
Die Experten weisen darauf hin, dass die Skepsis bezüglich der Investitionsbereitschaft im Halbleitersektor offenbar zu hoch gegriffen war. Zwar bleibe das Umfeld für Technologieinvestitionen anspruchsvoll, doch die spezifische Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern und Lasersystemen stütze das Geschäft von Aixtron stärker als zunächst angenommen.
Zwischen Rekordrally und deutlicher Korrektur
Anleger blicken derzeit auf ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite steht eine beeindruckende Performance seit Beginn des Kalenderjahres: Die Aktie verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 119 Prozent. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch den Boom bei Anwendungen rund um die künstliche Intelligenz und die Modernisierung der globalen Chip-Produktion getrieben. Dennoch verlief der Weg an der Börse zuletzt nicht ohne Rückschläge.
Nachdem das Papier im Juni ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht hatte, setzte eine Konsolidierungsphase ein. Aktuell notiert der Wert mit einem Abstand von 40 Prozent unter diesem Höchststand.
Marktbeobachter führen diesen Rückgang unter anderem auf Gewinnmitnahmen nach einer vorangegangenen Überhitzung sowie auf allgemein gestiegene Sorgen hinsichtlich der Finanzierung von großangelegten KI-Projekten zurück. Heute zeigte sich der Kurs stabilisiert und notierte bei 37,83 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,5 Prozent entspricht.
Umfeld im Maschinenbau stabilisiert sich
Die Entwicklung bei Aixtron bettet sich in ein gemischtes, aber tendenziell stabiler werdendes Umfeld für den deutschen Maschinenbau ein. Branchenweit stiegen die Exporte im Juni um 6,8 Prozent, was nach einem schwierigen ersten Halbjahr für Zuversicht sorgte.
Insbesondere das Geschäft mit den USA erwies sich mit einem leichten Zuwachs auf knapp 13 Milliarden Euro als stabilisierende Säule, während die Nachfrage aus China mit einem Rückgang von rund 14 Prozent weiterhin schwächelt.
Für Aixtron bleibt die Herausforderung bestehen, das hohe Wachstum der Auftragsbestände in nachhaltige Margen umzumünzen. Während die operative Dynamik laut Deutsche Bank Research die Talsohle bei der Nachfrageerwartung durchschritten haben dürfte, bleibt das Institut aufgrund der vorangegangenen Bewertungsexzesse bei seiner neutralen Bewertung. Der deutliche Anstieg der Bestellungen im abgelaufenen Quartal liefert jedoch eine stabilere Basis für die kommenden Geschäftsmonate.
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