Die Aixtron-Aktie hat am Donnerstag vergangener Woche spürbar zugelegt, nachdem Nvidia starke Quartalsergebnisse vorgelegt hatte. Der Kurssprung von rund 5 Prozent zeigt, wie eng die Erwartungen an den Spezialmaschinenbauer für Halbleiterausrüstung mittlerweile mit der Nachfrage aus dem Boom der Künstlichen Intelligenz verknüpft sind.
Aixtron beliefert mit seinen Anlagen unter anderem Hersteller von Verbindungshalbleitern, die in KI-Infrastruktur und Rechenzentren zum Einsatz kommen.
Der Rückenwind aus den USA konnte die Kursentwicklung der vergangenen Wochen jedoch nicht umkehren. Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 35,41 Euro und gibt damit erneut nach, nachdem es bereits gestern auf 36,02 Euro gefallen war. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Minus von 5,9 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass Anleger trotz einzelner positiver Impulse aus der Branche insgesamt vorsichtiger geworden sind.
Auftragslage bleibt der eigentliche Maßstab
Hinter der Kursvolatilität steht eine fundamentale Entwicklung, die bereits Ende Juli bekannt wurde und die Erwartungshaltung der Anleger weiterhin prägt: Der Auftragseingang im zweiten Quartal war um 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 214,5 Millionen Euro gestiegen, wobei Optoelektronik-Anwendungen drei Viertel des Equipment-Auftragseingangs ausmachten.
Der Umsatz im ersten Halbjahr lag mit 174,5 Millionen Euro dagegen um 30 Prozent unter dem Vorjahreswert, während das EBIT mit minus 7,6 Millionen Euro negativ ausfiel – nach einem positiven Ergebnis von 26,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Das zweite Quartal für sich genommen zeigte mit einem EBIT von 14,7 Millionen Euro und einer Marge von 13 Prozent bereits eine Stabilisierung.
Aixtron bestätigte im Zuge der Halbjahreszahlen seine Jahresprognose: Der Umsatz 2026 soll bei 560 Millionen Euro landen, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 30 Millionen Euro, die EBIT-Marge wird zwischen 17 und 20 Prozent erwartet.
Für das dritte Quartal peilt das Unternehmen einen Umsatz von 180 Millionen Euro an, im vierten Quartal sollen es rund 200 Millionen Euro werden. Der Auftragsbestand von 457 Millionen Euro und ein freier Cashflow von 162 Millionen Euro im ersten Halbjahr – ein Plus von 91 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum – untermauern die Zuversicht des Managements.
Expansion in Malaysia nimmt Form an
Parallel zum operativen Geschäft treibt Aixtron seine internationale Expansion voran. Vor rund einem Monat begannen die Bauarbeiten am neuen Werk in Penang, Malaysia. Der Betriebsbeginn ist für das dritte Quartal 2027 geplant, der eigentliche Produktionsanlauf soll ab 2028 folgen. Für das Projekt sind Investitionen von etwa 40 Millionen Euro zwischen der zweiten Jahreshälfte 2026 und der ersten Jahreshälfte 2027 vorgesehen.
Finanziert wird das Wachstum unter anderem über eine im April platzierte Wandelanleihe im Volumen von 450 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2031 und einem Kupon von null Prozent.
Der Nettoerlös soll organisches Wachstum, mögliche Übernahmen und Aktienrückkäufe unterstützen – ein Polster, das dem Unternehmen Flexibilität für die kommenden Investitionsjahre verschafft, während sich das operative Geschäft zwischen kurzfristigem Margendruck und langfristigem Auftragsboom bewegt.
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