Eine Kartellklage in Kalifornien schickt Schockwellen durch die globale Halbleiterindustrie. Am Donnerstag erreicht die Verkaufswelle endgültig den deutschen Markt. Vor allem die Ausrüster geraten massiv unter die Räder.
Dominostein aus den USA
Auslöser ist eine Klage vor einem US-Bundesgericht. Samsung, SK hynix und Micron sollen das Angebot an DRAM-Speicherchips künstlich verknappt haben. Diese Nachricht löste zunächst in den USA einen Kursrutsch aus. Von dort schwappte die Panik über Asien nach Europa. In Südkorea brachen die Schwergewichte Samsung und SK hynix im frühen Handel ein. Damit zogen sie den Leitindex Kospi tief ins Minus.
Die Folge: Ein tiefer Riss in der bisherigen Branchen-Rally. Während sich Infineon im Tagesverlauf ins Plus retten konnte, traf es die Zulieferer hart. Die Aixtron-Aktie stürzte am Donnerstag um 6,55 Prozent auf 47,92 Euro ab. Auch heimische Konkurrenten wie SUSS MicroTec, LPKF Laser und PVA TePla gaben spürbar nach. Marktbeobachter befürchten, dass die KI-Euphorie des ersten Halbjahres überzogen war.
Robuste Langzeitbilanz
Trotz des aktuellen Einbruchs bleibt die langfristige Bilanz für Aixtron stark. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Plus von 144,80 Prozent auf der Kurstafel. Der Titel notiert weit über der 200-Tage-Linie von 29,87 Euro. Die jüngsten Gewinnmitnahmen haben die Marktstimmung zwar abgekühlt, deuten bei einem RSI von 37,7 aber noch nicht auf ein überverkauftes Niveau hin.
Analysten bewerten die Aussichten für den Anlagenbauer derweil extrem unterschiedlich. Barclays rief zuletzt ein Kursziel von 39 Euro aus. Jefferies sieht den fairen Wert hingegen bei 73 Euro. Ende Juli veröffentlicht Aixtron den Halbjahresbericht. Dieser liefert die harten Daten zu Umsatz und Profitabilität, um den Konflikt zwischen optimistischen und skeptischen Analysten aufzulösen.
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