Aixtron bekommt die Kehrseite der Chip-Rally zu spüren. Nicht neue Unternehmensprobleme drücken den Spezialanlagenbauer, sondern Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor nach starken US-Zahlen. Gerade nach dem rasanten Lauf der Aktie reicht dafür ein Funke.
Am Freitag notiert die Aktie bei 51,40 Euro und verliert 5,41 Prozent. Der Rückgang kommt direkt nach einem Schlusskurs von 54,34 Euro am Donnerstag, der zugleich das neue Jahreshoch markierte.
Gute Zahlen, schwache Reaktion
Auslöser der Branchenkorrektur war Applied Materials. Der US-Ausrüster übertraf mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen beim Umsatz und beim bereinigten Gewinn je Aktie. Auch der Ausblick fiel stark aus.
Der Markt reagierte trotzdem mit Verkäufen. Das Muster ist bekannt: Nach einer kräftigen Aufwärtsbewegung werden gute Nachrichten nicht mehr gekauft, sondern zum Anlass für Gewinnmitnahmen genommen. Der Philadelphia Semiconductor Index war zuvor seit Ende März deutlich gestiegen. Damit war viel Optimismus bereits eingepreist.
Dieser Druck traf nicht nur Aixtron. Auch Applied Materials, Infineon und ASML gaben nach. Die Bewegung wirkt damit weniger wie ein Aixtron-spezifisches Problem, sondern wie eine sektorweite Abkühlung nach einer überhitzten Phase.
Rally macht die Aktie anfällig
Die Kursdaten zeigen, warum der Rücksetzer so schnell spürbar wird. Seit Jahresanfang liegt Aixtron noch immer 162,58 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 288,51 Prozent. Solche Bewegungen schaffen Fallhöhe.
Auch der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten bleibt groß. Der Kurs liegt weiter klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 39,40 Euro und noch deutlich weiter über der langfristigen Linie. Das spricht für einen intakten Aufwärtstrend, aber eben auch für erhöhte Schwankungsanfälligkeit.
Der RSI von 42,3 signalisiert aktuell keine extreme Überhitzung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92,69 Prozent zeigt jedoch, wie nervös der Handel geworden ist. Kein Wunder, dass Anleger auf Branchensignale so empfindlich reagieren.
Morgan Stanley reduziert Anteil
Eine Stimmrechtsmitteilung kommt als zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu. Morgan Stanley hat seinen Gesamtstimmrechtsanteil an Aixtron zum Stichtag Anfang Mai auf 6,54 Prozent reduziert. Zuvor lag der Anteil bei 8,21 Prozent.
Der US-Finanzkonzern bleibt damit ein großer Aktionär. Die Meldeschwelle von 7 Prozent wurde jedoch unterschritten. Für sich genommen ist das kein operatives Warnsignal, im schwachen Marktumfeld verstärkt es aber die Zurückhaltung.
Hinzu kommt die Zinsseite. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen belasten Technologiewerte, weil künftige Gewinne stärker abgezinst werden. Gerade wachstumsstarke Titel reagieren darauf sensibel.
Kurzfristig rückt nun die Marke um 50 Euro in den Blick. Hält sich Aixtron darüber, wäre der Rücksetzer bislang vor allem eine Korrektur nach der Rally. Ein Bruch darunter könnte weitere technisch orientierte Verkäufe auslösen, obwohl die aktuelle Bewegung bislang klar vom Halbleitersektor ausgeht.
Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 15. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
