Pratt & Whitney liefert keine Triebwerke, der Dollar fällt, und Airbus verbrennt fast 2,5 Milliarden Euro an Barmitteln in einem einzigen Quartal. So sieht ein Auftakt aus, den man sich nicht wünscht.
Halbierung auf einen Schlag
Das bereinigte Ebit sackte im ersten Quartal von 624 auf 300 Millionen Euro, ein Rückgang von gut der Hälfte. Analysten hatten im Schnitt 348 Millionen erwartet, also schon keine Glanzleistung, doch Airbus blieb sogar dahinter zurück. Im Kerngeschäft mit Passagier- und Frachtflugzeugen brach das bereinigte operative Ergebnis sogar um 84 Prozent ein. Immerhin: Die Raumfahrt- und Rüstungssparte lief deutlich besser. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 586 Millionen Euro, rund ein Viertel weniger als ein Jahr zuvor, aber mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten.
114 Flugzeuge statt 136
Bis Ende März lieferte Airbus 114 Verkehrsflugzeuge aus, 22 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der Umsatz fiel demnach um sieben Prozent auf 12,65 Milliarden Euro. Da Flugzeuge in Dollar abgerechnet werden, Airbus aber in Euro bilanziert, kam der schwache Dollar noch obendrauf. Finanzchef Thomas Toepfer räumte ein, dass ungünstige Kurssicherungsgeschäfte zusätzlich belasteten, künftig wolle man stärker auf natürliches Hedging setzen: mehr Euro-Einnahmen, mehr Dollar-Kosten.
Airbus SE Aktie Chart
Pratt & Whitney, immer noch
Vorstandschef Guillaume Faury hatte den US-Triebwerkshersteller Pratt & Whitney im Februar scharf angegangen, weil die Amerikaner ihre Lieferzusagen nicht einhalten. An der Lage habe sich grundsätzlich nichts geändert, sagte Faury nun. „Aber wir machen Fortschritte, Pratt & Whitney versucht, das Problem zu lösen.“ Das Triebwerksproblem werde Airbus noch bis ins Jahr 2027 begleiten. Zusätzlich mussten rund 600 Flugzeuge wegen Problemen mit der Rumpfverkleidung des A320 überprüft werden. Die Folge: Die Auslieferungen ballen sich noch mehr als üblich zum Jahresende.
870 Flugzeuge, 7,5 Milliarden Euro, kein Wackeln
Trotz allem hält Faury an den Jahreszielen fest. 870 Verkehrsflugzeuge sollen 2026 ausgeliefert werden, das bereinigte Ebit soll auf 7,5 Milliarden Euro steigen. „Wir fahren die Produktion weiter hoch und produzieren nach Plan“, sagte er. Der Auftragsbestand hat inzwischen die Marke von 9000 Maschinen übersprungen, netto wurden im ersten Quartal 398 Flugzeuge bestellt. Ob das alles reicht, um das Jahr noch zu drehen, hängt wohl vor allem davon ab, was Pratt & Whitney bis Dezember tatsächlich liefert.
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