Die Aktie von Airbus bewegte sich in den vergangenen Tagen in einem herausfordernden Umfeld. Während der europäische Flugzeugbauer am Mittwoch seine Jahresziele bestätigte, enttäuschte der Quartalsumsatz die Erwartungen der Analysten. Bis Ende September lieferte Airbus 547 Verkehrsflugzeuge aus, was bedeutet: In den verbleibenden drei Monaten müssen jeweils mehr als 100 Maschinen an Kunden übergeben werden, um das Rekordziel von 870 Auslieferungen zu erreichen.
Der Umsatz im dritten Quartal sank um 2 Prozent auf 17,47 Milliarden Euro und verfehlte damit die Analystenschätzung von 17,91 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis lag mit 1,77 Milliarden Euro im Rahmen der Erwartungen. Für Investoren rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, ob Airbus seinen Auftragsbestand tatsächlich in Auslieferungen umwandeln kann.
Lageraufbau belastet Cashflow vor Jahresendspurt
Der Free Cashflow vor Kundenfinanzierung fiel in den ersten neun Monaten mit minus 1,27 Milliarden Euro negativ aus. Airbus erklärte dies mit dem bewussten Aufbau von Lagerbeständen, um die Produktion gegen Jahresende beschleunigen zu können. Vorstandschef Guillaume Faury betonte am Mittwoch: „Wir haben das Material, das wir brauchen, um unsere Ziele für 2026 zu erreichen.“
Ronan Murphy, Director bei Alton Aviation Consultancy, wies gegenüber Reuters darauf hin, dass Investoren genau beobachten dürften, ob Airbus sein Ziel erreicht oder im Dezember eine Korrektur vornehmen muss. Zwar hätten sich die Verzögerungen bei Zulieferern abgeschwächt, doch seien die Produktionsengpässe noch nicht vollständig behoben. Faury räumte ein, dass Triebwerke von Pratt & Whitney, an denen auch MTU Aero Engines mitbaut, weiterhin das Tempo beim Ausbau der Produktion für die A320-Familie bestimmen.
Airbus baut Vorsprung vor Boeing aus
Im Vergleich zum US-Rivalen Boeing liegt Airbus deutlich vorn: Während der europäische Hersteller 547 Maschinen auslieferte, kam Boeing in den ersten neun Monaten auf 475 Flugzeuge. Boeing hatte am Dienstag eingeräumt, das Ziel von 500 Auslieferungen in diesem Jahr zu verfehlen, weil der Hochlauf der 737-Produktion langsamer verlaufe als geplant.
Airbus plant, die monatliche Produktion der A320-Familie bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Maschinen zu steigern und dann bei 75 zu stabilisieren. Von den hohen Treibstoffpreisen spüre das Unternehmen bisher nichts, so Faury. Es gebe weder Stornierungen noch Bitten um spätere Liefertermine.
Anleger werden in den kommenden Wochen beobachten, wie sich die Auslieferungszahlen entwickeln. Der vierte Quartal dürfte entscheidend sein für die Profitabilität des Gesamtjahres, da Flugzeugübergaben erhebliche Mittelzuflüsse generieren. Bildlich gesprochen hebt die Airbus-Aktie ab. Verdient, die wesentlichen Analysten sehen erhebliches Potenzial. JPMorgan prescht richtig voran: 250 Euro sind drin.
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