Die Aktie von Airbus legte gestern um 3,4 Prozent auf 195,52 Euro zu. Während der europäische Flugzeugbauer an seinen operativen Jahreszielen arbeitet, rücken zugleich neue regionale Wachstumsmärkte in den Fokus der strategischen Planung.
Hohe Flugzeugnachfrage im östlichen Mittelmeerraum
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters rechnet Airbus mit einer anhaltend starken Nachfrage aus der Türkei. Ein leitender Manager des Unternehmens bezifferte das Marktpotenzial für das Land gestern auf rund 1.800 neue Passagierflugzeuge innerhalb der kommenden 20 Jahre.
Damit könnte die Türkei künftig etwa 20 Prozent des gesamten Passagierflugzeugbedarfs in der Region Europa und GUS auf sich vereinen. Dieser Zuwachs unterstreicht die Rolle des Landes als bedeutendes Luftfahrtdrehkreuz zwischen den Kontinenten.
Für den europäischen Flugzeugbauer bietet diese regionale Dynamik eine wichtige Stütze, um das langfristige Orderbuch im Segment der Zivilflugzeuge abzusichern. Zuletzt hatte bereits die Leasinggesellschaft Avolon am 9. Oktober eine Festbestellung über 110 Flugzeuge platziert, darunter 35 Maschinen des Typs A330-900 sowie 75 Jets der A320neo-Familie.
RBC reduziert das Kursziel leicht
Parallel zu den langfristigen Absatzaussichten blicken Analysten auf die kurz- und mittelfristigen Rahmenbedingungen. Die kanadische Bank RBC Capital Markets senkte gestern ihr Kursziel für Airbus von 250 auf 240 Euro.
Die Einstufung beließ das Haus jedoch auf „Outperform“. Die Experten begründeten die Anpassung des Kursziels mit anhaltenden Unsicherheiten bei den Verteidigungsbudgets. Zudem rechnet das Institut vorerst mit keiner Erhöhung des Auslieferungsausblicks bei den zivilen Verkehrsflugzeugen.
Montagepläne für das Jahresziel 2026
Das Erreichen der Auslieferungsmarken bleibt für das laufende Geschäftsjahr die zentrale operative Aufgabe. Medienberichten zufolge äußerte sich Lars Wagner, CEO von Airbus Commercial Aircraft, am Mittwoch zuversichtlich hinsichtlich der Zielvorgaben für 2026. Trotz jüngster Qualitätsprobleme befinde sich das Unternehmen im Plan, da die Maschinen für die Auslieferungen bis zum Jahresende bereits in der Endmontage seien.
Von Januar bis September brachte der Konzern insgesamt 547 Zivilflugzeuge zur Auslieferung. Allein im September übergab das Unternehmen 72 Maschinen an Kunden und sammelte 17 Brutto-Bestellungen ein. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie reibungslos die Taktraten in den Montagewerken aufrechterhalten werden können.
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