Mit dem Vollzug eines Zukaufs im Bereich der Cybersicherheit treibt der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus die Neuausrichtung seiner Rüstungsaktivitäten voran.
Die Sparte Airbus Defence and Space schloss heute die vollständige Übernahme des französischen Softwarespezialisten Quarkslab ab, nachdem die behördlichen Genehmigungen erteilt wurden. Parallel dazu trennt sich der Konzern in Südostasien von einer Wartungstochter, um das Portfolio weiter zu fokussieren.
Am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger zurückhaltend. Das Papier von Airbus notiert heute mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent bei 189,30 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro ist der Titel damit rund 14 Prozent entfernt.
Zukauf von Quarkslab stärkt Verteidigungsarchitektur
Quarkslab wurde 2011 gegründet und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter, vorwiegend an den Standorten Paris und Rennes. Das Unternehmen entwickelt unter anderem die Sicherheitsplattform QShield, die darauf ausgelegt ist, Software, vertrauliche Daten und Programmcodes vor Bedrohungen durch künstliche Intelligenz sowie vor Reverse Engineering abzusichern.
Zu den Einsatzgebieten zählen insbesondere militärische Anwendungen und die Luftfahrtindustrie. Quarkslab agierte bereits zuvor als Partner und Zulieferer von Airbus und wurde seit 2020 von Tikehau Capital unterstützt.
Die Akquisition reiht sich in eine Serie gezielter Käufe ein. Im Jahr 2024 übernahm der Konzern die deutsche Infodas, gefolgt von der im März 2026 angekündigten Transaktion rund um die britische Ultra Cyber Ltd.
François Lombard, Leiter der Connected Intelligence Division bei Airbus Defence and Space, betonte, die Expertise von Quarkslab werde die eigenen Cyberaktivitäten stärken und zum digitalen Schutzschirm für die europäischen Heimatländer sowie deren Verbündete beitragen. Neben Frankreich und Deutschland unterhält die Sparte entsprechende Teams auch in Großbritannien, Spanien und Finnland.
Bereinigung im Wartungsgeschäft in Asien
Während Airbus seine Kapazitäten bei der digitalen Verteidigung bündelt, ordnet das Unternehmen seine Servicepräsenz in Asien neu. Ebenfalls heute vereinbarte der Konzern die Veräußerung seiner malaysischen Tochtergesellschaft Sepang Aircraft Engineering an die Malaysia Aviation Group, die Muttergesellschaft von Malaysia Airlines.
Sepang Aircraft Engineering betreibt Anlagen mit einer Gesamtfläche von rund 50.000 Quadratmetern sowie zwei Hangars, die Wartungsarbeiten an bis zu acht Flugzeugen der A320-Familie gleichzeitig erlauben.
Airbus hielt seit 2011 Anteile an dem Dienstleister und hatte diesen zuletzt vollständig kontrolliert. Der Vollzug dieser Transaktion steht unter dem Vorbehalt lokaler Genehmigungen und wird für das Jahr 2027 angestrebt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 01. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
