Airbus hat im Juli 67 Flugzeuge an 39 Kunden übergeben. Damit lag der Konzern bei 418 Auslieferungen seit Jahresbeginn, verglichen mit 373 zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der Wert markiert zugleich eine Verlangsamung gegenüber den Vormonaten: Im Juni hatte Airbus noch 89 Maschinen ausgeliefert, im Mai waren es 81. Die Aktie schloss am Freitag bei 214,05 Euro, ein Plus von 0,54 Prozent zum Vortag, und notiert damit rund 11,74 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Bestellungen sprudeln trotz gedrosseltem Tempo
Während die Übergaben stocken, füllt sich das Orderbuch weiter. Im Juli kamen 204 Bruttobestellungen hinzu, darunter 100 A320neo-Familienflugzeuge für den Leasinggeber SMBC Aviation Capital. Damit haben die Nettobestellungen für das laufende Jahr die Marke von 1.000 Flugzeugen überschritten. Ergänzend meldete Airbus, dass Riyadh Air sechs zusätzliche A350-1000 fest bestellt hat, während China Eastern eine Order über 25 A330-900 platzierte. Das robuste Neugeschäft steht im Kontrast zur schwächeren Auslieferungsdynamik und unterstreicht, dass die Nachfrage nach Airbus-Modellen ungebrochen hoch bleibt, selbst wenn die Fertigungskette derzeit nicht mit voller Kapazität durchläuft.
Halbjahreszahlen bestätigen Wachstumskurs
Die Verlangsamung im Juli fällt in eine Phase, in der Airbus zuvor deutliche operative Fortschritte gemeldet hatte. Im ersten Halbjahr 2026 übergab der Konzern 351 Verkehrsflugzeuge, ein Plus von 15 Prozent gegenüber 306 Maschinen im Vorjahreszeitraum, aufgeteilt auf 44 A220, 271 Flugzeuge der A320-Familie, 10 A330 und 26 A350. Der Umsatz stieg im Halbjahr um 12 Prozent auf 33,176 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 24 Prozent auf 2,727 Milliarden Euro zu. Airbus bekräftigte das Jahresziel von rund 870 Verkehrsflugzeug-Auslieferungen für 2026. Positiv wirkte sich zudem aus, dass die mit Pratt & Whitney abgestimmten Triebwerksmengen die Lieferziele inzwischen stützen – der Konzern habe keine Flugzeuge mehr, die auslieferungsreif seien, aber allein wegen fehlender Triebwerke warten müssten.
Parallel zu den Zahlen beschloss der Vorstand Ende Juli ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro, verteilt auf drei Jahre. Zugleich nannte das Unternehmen ein EBIT-Ziel von 12 bis 13 Milliarden Euro für 2029 – ein Signal, dass Airbus die Profitabilität mittelfristig deutlich steigern will, während gleichzeitig Kapital an Aktionäre zurückfließt.
Streik in Getafe belastet die Fertigung
Ein Belastungsfaktor bleibt der Arbeitskonflikt am spanischen Standort Getafe. Die unabhängige Luftfahrtgewerkschaft SIPA hatte dort Anfang Juli einen Streik begonnen, der bis Ende des Monats andauerte. Rund 3.000 der etwa 9.000 Beschäftigten am Standort beteiligten sich, was Flugzeuginspektionen, technische Prüfungen und weitere für die Auslieferung notwendige Arbeiten verzögerte. Die Gewerkschaft CCOO deutete zudem an, nach dem 7. September einen unbefristeten Arbeitskampf ausrufen zu können, sollte sich die Situation nicht ändern. Der Konflikt dürfte mit zur Erklärung beitragen, warum sich das Auslieferungstempo im Juli gegenüber den Vormonaten abschwächte.
Auf der Innovationsseite präsentierte Airbus auf der Farnborough International Airshow das Projekt „Wing of Tomorrow“: Flügel für künftige Verkehrsflugzeuge sollen so lang werden, dass sie an der Spitze klappbar sein müssen, um weiterhin auf bestehenden Flughäfen operieren zu können. Ergänzt wird die Entwicklungsarbeit durch eine mehrjährige Liefervereinbarung mit dem belgischen Werkstoffspezialisten Syensqo, die Airbus Anfang August bekanntgab.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operative Kennzahlen, Auftragslage und Kapitalrückführung sprechen für Stärke, während Streikfolgen und das nachlassende Auslieferungstempo im Juli zeigen, dass die Produktionsseite unter Spannung steht. Der Kurs bewegt sich mit einem Abstand von 3,25 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro weiterhin nahe seinen Bestmarken.
Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:
Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
