Airbus hat im September das Tempo bei den Flugzeugübergaben spürbar forciert. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters lieferte der europäische Luftfahrtkonzern im abgelaufenen Monat rund 72 Verkehrsflugzeuge an Kunden aus. Damit übertraf das Unternehmen die Prognosen mehrerer Analystenhäuser, die im Schnitt von Werten im mittleren bis oberen 60er-Bereich ausgegangen waren; das Analysehaus Jefferies hatte im Vorfeld 68 Maschinen veranschlagt. Die Aktie reagierte am heutigen Freitag mit Kursgewinnen und notiert bei 190,74 Euro, was einem Plus von 2,4 Prozent entspricht.
Endspurt im September stützt Jahresprognose
Mit den vorläufigen September-Zahlen nähert sich Airbus dem Niveau des Vorjahresmonats an, in dem 73 Auslieferungen verzeichnet worden waren. Offiziell bestätigen will der Flugzeugbauer die monatlichen Bestell- und Lieferzahlen am 8. Oktober.
Der jüngste Endspurt kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Lieferkettenprobleme bei Triebwerken und Zulieferteilen sowie zusätzliche Kontrollen an Rumpfkomponenten der A321neo hatten den Fertigungstakt zuvor belastet.
Um das informell auf 850 bis 890 Maschinen bezifferte Jahresziel von rund 870 Flugzeugen zu erreichen, bleibt das Schlussquartal entscheidend. Vom 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro trennen das Papier derzeit noch 14 Prozent. Entlastung zeichnet sich derweil bei der A330-Reihe ab.
Nachdem im Sommer ein zurückgelassenes Werkzeug im Höhenleitwerk einer Maschine entdeckt worden war, teilte Airbus mit, dass alle Flugzeuge in der laufenden Fertigung überprüft wurden und wieder ausgeliefert werden dürfen.
Die europäische Luftfahrtbehörde EASA sieht für die Flotte im Betrieb keine unmittelbare Sicherheitsgefahr; endgültige Prüfvorgaben für planmäßige Wartungsintervalle werden bis Mitte November erwartet.
Umbau an der Spitze des Verwaltungsrats
Parallel zum operativen Schlussspurt vollzieht der Konzern personelle Weichenstellungen im Kontrollgremium. Nach einer Sitzung des Verwaltungsrats übernahm Amparo Moraleda den Vorsitz von René Obermann. Obermann leitete das Gremium acht Jahre lang und legt das Mandat nieder, um sich auf seine Aufgaben beim Softwarekonzern SAP zu konzentrieren.
Für Obermanns verbleibende Amtszeit wurde ASML-Chef Christophe Fouquet in den Verwaltungsrat kooptiert; er strebt bei der Hauptversammlung 2027 ein reguläres dreijähriges Mandat an. Zudem steht fest, dass Jean-Pierre Clamadieu 2027 nicht zur Wiederwahl antritt.
Als sein Nachfolger soll Florent Menegaux, Chef des Reifenherstellers Michelin, vorgeschlagen werden. Die Funktion des Lead Independent Director sowie die Leitung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses ging an Mark Dunkerley über.
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