Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, doch die Flugzeuge verlassen die Werke zu langsam. Airbus hat im Oktober 74 Maschinen ausgeliefert, vier weniger als im Vorjahresmonat. Für das angepeilte Rekordjahr wird es damit eng.
Endspurt mit hoher Hürde
Seit Januar übergab der Konzern 621 Jets an Kunden. Bis zum Ziel von rund 870 Auslieferungen fehlen damit knapp 250 Maschinen. Im November und Dezember wären durchschnittlich etwa 125 Übergaben pro Monat nötig, in den ersten zehn Monaten lag der Schnitt bei gut 60.
Ein Jahresendspurt ist bei Airbus üblich. Dennoch markiert dieses Tempo die obere Grenze des bislang Machbaren. Den Rekord hält das Jahr 2019 mit 863 Auslieferungen, 2025 waren es 793.
Jefferies bleibt bei „Hold“ und einem Kursziel von 210 Euro. Die Analysten verweisen darauf, dass im Oktober drei Jets weniger ausgeliefert wurden als erwartet. Helfen dürfte ein ungewöhnlich hoher Lagerbestand an fast fertigen Flugzeugen. UBS senkte das Kursziel von 230 auf 220 Euro, bleibt aber bei „Buy“.
Nachfrage ist nicht das Problem
Allein im Oktober gingen Bestellungen für 202 Maschinen ein. Der Auftragsbestand lag Ende September bei mehr als 9.300 Flugzeugen. Der Engpass sitzt in der Produktion: Triebwerke fehlen, Zulieferer liefern verspätet, und Qualitätsmängel bei einzelnen A321neo und A330 bremsten zuletzt. Konzernchef Guillaume Faury erklärte, die Qualitätsprobleme seien inzwischen eingedämmt.
Finanziell steht Airbus solide da. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 50,6 Milliarden Euro, der Nettogewinn legte um 36 Prozent zu. Allerdings belastet der Lageraufbau den Cashflow.
Hinzu kommt politischer Gegenwind. Der US-Handelsbeauftragte warnte, ein Rekordkredit der Europäischen Investitionsbank an Airbus könne den fragilen transatlantischen Waffenstillstand bei der Flugzeugfinanzierung gefährden.
Die Aktie gab im Handelsverlauf zeitweise etwa ein Prozent nach und notierte um 197 Euro. Das Management hält an der Prognose für 2026 fest: ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 7,5 Milliarden Euro und ein Free Cashflow vor Kundenfinanzierungen von etwa 4,5 Milliarden Euro. Die nächsten Auslieferungszahlen für November zeigen, ob der Endspurt gelingt.
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