Seit einem Monat schafft es die Airbus-Aktie nicht über die Marke von 180 Euro. Warum gelingt dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern kein nachhaltiger Aufwärtstrend mehr?
Angespannte Lieferketten
Das größte Problem von Airbus ist nicht die Nachfrage, sondern das Angebot. Die globalen Lieferketten in der Luftfahrtindustrie sind nach wie vor stark angespannt. Vor allem bei der für den Konzern überlebenswichtigen A320neo-Familie (dem wichtigsten Umsatzträger) hakt es.
Die Zulieferer – allen voran Pratt & Whitney sowie das Konsortium aus GE Aerospace und Safran – kommen mit der Produktion von Triebwerken und Ersatzteilen kaum hinterher. Airbus-Chef Guillaume Faury übte zuletzt ungewöhnlich deutliche Kritik an den Partnern. Zudem fehlt es an trivialen Dingen wie Kabinenteilen, Sitzen, Mikrochips und Spezialschmiedeteilen. Wenn nur ein einziges Bauteil fehlt, kann ein Millionen-Jet nicht an den Kunden übergeben werden.
Die operativen Probleme schlagen sich mittlerweile schwarz auf weiß in den Zahlen nieder und drücken auf die Stimmung der Investoren. Im ersten Quartal 2026 konnte Airbus lediglich 114 Verkehrsflugzeuge an Kunden übergeben. Das lag deutlich unter dem Vorjahresniveau. Paradoxerweise konnte Boeing im selben Zeitraum sogar kurzfristig etwas Boden gutmachen, was ein ungewohntes Bild am Markt abgab.
Das Management bleibt stur
Weil Fluggesellschaften den Großteil des Kaufpreises erst bei der physischen Übergabe des Flugzeugs bezahlen, belasten die verzögerten Auslieferungen die Bilanz von Airbus massiv. Trotz des schwachen Starts hält das Airbus-Management stur an seiner Jahresprognose fest: Bis Ende 2026 sollen rund 870 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert werden – das wäre ein historischer Rekordwert, der sogar das Vor-Corona-Rekordjahr 2019 übertreffen würde.
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