Fünf Tage vor der Farnborough International Airshow verdichten sich bei Airbus gleich mehrere Nachrichten. Zwei Airlines verhandeln über Dutzende Langstreckenjets, während der Konzern parallel mit ungewöhnlichen Mitteln seine Fertigung am Laufen hält. Kein Wunder, dass Analysten für die kommende Woche mit konkreten Ankündigungen rechnen.
A330neo-Deals mit Flynas und Condor
Branchenquellen berichteten am Mittwoch und Donnerstag von weit fortgeschrittenen Gesprächen. Die saudi-arabische Billigfluggesellschaft Flynas will demnach Optionen für acht A330neo-Maschinen fest buchen. Der Deal würde die Langstreckenflotte des Carriers deutlich stärken – passend zu Saudi-Arabiens Tourismusstrategie „Vision 2030“.
Zeitgleich verhandelt die deutsche Ferienfluggesellschaft Condor über rund sechs weitere A330-900-Jets. Für Condor wäre das ein strategischer Kapazitätsausbau, nachdem die Airline zuvor von älteren Boeing-767-Maschinen umgestiegen ist. Airbus wollte sich zu einzelnen Verhandlungen nicht äußern. Analysten erwarten aber bereits nächste Woche während der Messe in Großbritannien offizielle Bestätigungen.
Antonov-Frachter gegen Lieferengpässe
Um Engpässe in der Zulieferkette zu umgehen, greift Airbus zu ungewöhnlichen Mitteln. Berichten vom 15. und 16. Juli zufolge chartert der Konzern die Antonov An-124 – einen der größten Frachtflieger der Welt. Die Maschinen transportieren Flugzeugstrukturen direkt zwischen den Fertigungsstandorten.
Der Umweg über See- und Landwege entfällt damit. Ziel ist es, die Montagelinien für den Langstreckenjet A350 zu stabilisieren und die Lieferziele für das zweite Halbjahr zu sichern.
Eurofighter-Erstflug und Quantenkommunikation
Im Verteidigungsgeschäft erreichte Airbus einen wichtigen Meilenstein für die deutsche Luftwaffe. Der erste Eurofighter der Tranche 4, gebaut im Rahmen des Modernisierungsprogramms „Quadriga“, absolvierte am 14. Juli seinen Erstflug. Bis 2030 sollen insgesamt 38 neue Kampfjets die alternde Tranche-1-Flotte ersetzen.
Zusätzlich unterzeichnete Airbus Netherlands B.V. am 15. Juli eine Vereinbarung für eine optische Bodenstation in Noordwijk. Die Anlage dient als zentrale Verbindung für den Satelliten EAGLE-1, ein europäisches Vorzeigeprojekt für satellitengestützte Quantenschlüsselverteilung. Der Konzern unterstreicht damit seine Rolle beim Aufbau europäischer Kommunikationsinfrastruktur.
Aktie mit stabilem Aufwärtstrend
Die Airbus-Aktie notierte am Donnerstag bei 48,40 Euro – unverändert zum Vortag. Das entspricht einem Abstand von 12 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 55,00 Euro aus dem Januar. Der 30-Tage-Verlauf zeigt dagegen ein Plus von 6,14 Prozent, das Papier notiert 6,32 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Der RSI von 53,8 signalisiert einen ausgeglichenen Markt, weder überkauft noch überverkauft. Investoren blicken nun auf zwei Termine: die Bestellzahlen aus Farnborough und die Halbjahreszahlen, die für den 29. Juli angesetzt sind.
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