Airbus meldet technische Fortschritte und sitzt auf vollen Auftragsbüchern. An der Börse dominiert trotzdem Skepsis. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn deutlich im Minus. Heute greifen Schnäppchenjäger bei 42,60 Euro allerdings wieder zu. Ein Tagesplus von knapp vier Prozent.
Haifischhaut spart Kerosin
Airbus kooperiert neu mit Lufthansa Technik. Das Ziel: Die sogenannte AeroSHARK-Technologie soll auf die Flügel des A330ceo kommen. Diese spezielle Oberflächenfolie ahmt die Struktur von Haifischhaut nach. Sie verringert den Luftwiderstand im Flug spürbar.
Bisher klebte die Folie nur auf Rumpf und Triebwerken. Die Ausweitung auf alle aerodynamischen Flächen soll den Treibstoffverbrauch auf Langstrecken um über zwei Prozent senken. Lufthansa Technik leitet dabei den Zertifizierungsprozess. Airbus liefert die nötigen Flugdaten.
Lieferketten belasten die Stimmung
Operativ kämpft der Luftfahrtkonzern mit Gegenwind. Fehlende Triebwerke bremsen die Auslieferungen. Das drückt auf die Gewinnerwartungen. Analysten von Zacks Investment Research stuften die Aktie Mitte Mai auf „Strong Sell“ ab.
Der Grund für das harte Urteil liegt in den Prognosen. Die Experten senkten ihre Gewinnschätzungen für das laufende Jahr zuletzt um gut sieben Prozent. Kurzfristige Produktionsprobleme überschatten den langfristigen Ausblick. Dabei umfasst der Auftragsbestand rund 9.000 Verkehrsflugzeuge.
Fokus auf das Jahresziel
Das Management formiert sich derweil neu. Eric Kirstetter leitet seit Mai die Strategieabteilung. Er soll das zivile und militärische Geschäft schärfen. Im zivilen Bereich verhandelt Airbus aktuell mit Biman Bangladesh Airlines. Ein überarbeitetes Angebot umfasst zehn neue Jets für die asiatische Fluggesellschaft.
Trotz aller Hürden hält der Vorstand an seiner Prognose für 2026 fest. Etwa 870 Maschinen sollen an Kunden gehen. Das bereinigte operative Ergebnis soll rund 7,5 Milliarden Euro erreichen. Investoren achten nun genau auf das zweite Halbjahr. Dann muss Airbus die Produktion deutlich hochfahren.
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