Airbus hat am gestrigen Mittwoch, dem 19. August, das erste Exemplar des neuen Frachtflugzeugs A350F in der Lackierung eines Paketdienstleisters präsentiert. Der Erstflug ist für rund den 24. September geplant. Damit beginnt für den Konzern eine zwölfmonatige Zertifizierungsphase, an deren Ende die geplante Auslieferung im Jahr 2027 stehen soll.
Der Zeitplan ist eng. Airbus muss innerhalb eines Jahres sämtliche Musterprüfungen durchlaufen, um den selbst gesetzten Liefertermin zu halten. Für das Programm sprechen bislang 107 feste Bestellungen von 14 Kunden, ein solides Fundament für die neue Frachtvariante des Langstreckenjets A350. Die kommenden Wochen um den Erstflug herum dürften zeigen, ob der Konzern das ambitionierte Zertifizierungstempo tatsächlich durchhalten kann.
Zertifizierungsrennen als Belastungsprobe
Für Airbus ist die A350F strategisch bedeutsam, weil das Segment der Großraum-Frachter bislang von Boeing dominiert wird. Ein pünktlicher Marktstart 2027 würde dem Konzern helfen, dort Fuß zu fassen, ehe Wettbewerber nachziehen. Verzögerungen bei der Musterzulassung sind in der Luftfahrtbranche keine Seltenheit – gerade deshalb dürfte der Erstflug im September von Investoren als früher Gradmesser für das Tempo des Programms gewertet werden.
Der Rollout fügt sich in ein ohnehin dichtes operatives Umfeld ein. Erst Ende Juli hatte Airbus im ersten Halbjahr einen Umsatzsprung von 12 Prozent auf 33.176 Millionen Euro sowie einen um 70 Prozent gestiegenen operativen Gewinn gemeldet, getragen von einer Rekord-Auslieferungsquote im zweiten Quartal. Diese operative Stärke bildet den Hintergrund, vor dem nun das Frachterprogramm seinen eigenen Beweis antreten muss.
Kurs unter Druck trotz langfristig positivem Analystenbild
An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt schwächer als die operativen Nachrichten vermuten lassen. Die Aktie notiert bei 203,60 Euro und hat auf Wochensicht 5,6 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro, erreicht Mitte Januar, trennen das Papier inzwischen 8,0 Prozent.
Mitte August hatte Morgan Stanley sein Kursziel für Airbus auf 255 Euro angehoben und die Einstufung Overweight bestätigt – ein deutlicher Kontrast zur aktuellen Kursschwäche.
Wenige Tage zuvor hatte hingegen Sadif Investment Analytics die Aktie von Buy auf Hold zurückgestuft und das Kursziel auf 201,51 Euro gesenkt. Die Spanne zwischen beiden Einschätzungen verdeutlicht, wie unterschiedlich Analysten das kurzfristige Risiko im Verhältnis zum langfristigen Programmpotenzial gewichten.
Für Anleger bleibt der A350F damit der entscheidende Nachrichtenpunkt der kommenden Wochen. Der Erstflug im September wird zeigen, ob Airbus das enge Zertifizierungsfenster einhalten kann – und ob sich die operative Stärke des Konzerns auch im neuen Frachtsegment fortsetzen lässt.
Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 21. August liefert die Antwort:
Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
