Airbus hat mehrere Kunden offiziell über weitere Lieferverzögerungen beim Langstreckenjet A350 informiert. Die Verschiebungen reichen bis in die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts — und die Ursachen liegen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Produktionsprobleme in Kinston und Spanien
Im Mittelpunkt der Störungen steht das Werk in Kinston, North Carolina, das früher von Spirit AeroSystems betrieben wurde. Dort werden zentrale Rumpfkomponenten für das A350-Programm gefertigt. Die Integration des Standorts läuft schleppend: Personalmangel und operative Anlaufschwierigkeiten bremsen die Produktion spürbar.
Parallel dazu stockt in Spanien die Fertigung von Frachttüren für die Frachtervariante A350F. Airbus hält dennoch daran fest, dass Erstflug und Erstauslieferung der A350F für 2027 planmäßig erfolgen sollen.
FCAS unter Druck, Drohnentests erfolgreich
Im Verteidigungsgeschäft zeichnet sich ein Strategiewechsel ab. Konzernchef Guillaume Faury deutete an, das Kampfflugzeugprogramm FCAS neu aufstellen zu müssen. Das auf rund 100 Milliarden Euro taxierte Projekt steckt zwischen den Industriepartnern fest. Airbus brachte ins Spiel, zwei separate Kampfjets zu entwickeln — je nach Anforderungen der beteiligten Nationen Deutschland, Frankreich und Spanien.
Auf der anderen Seite verbucht Airbus im Rüstungsbereich einen technischen Erfolg: Im Mai 2026 absolvierte das „HTeaming“-System taktische Flugversuche in Rota, Spanien. Ein H135-Hubschrauber steuerte dabei mehrere Drohnen — darunter den Flexrotor und die A900 — in Echtzeit von einem spanischen Marinepatrouillenboot aus.
Kurs nahe Jahrestief, Analysten zurückhaltend
An der Börse spiegeln sich die Belastungen wider. Die Airbus-Aktie schloss zuletzt bei 41,60 Euro und liegt damit rund 15 Prozent unter dem Stand vom Jahresbeginn — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 39,00 Euro. Der RSI von unter 11 signalisiert eine stark überverkaufte technische Lage.
Analysten bleiben vorsichtig. Das durchschnittliche Kursziel für die europäische Notierung liegt bei rund 209 Euro — bezogen auf den ADR-Kurs entspricht das einem erheblichen Aufwärtspotenzial, das die Mehrheit der Analysten mit „Hold“- oder „Outperform“-Einstufungen begleitet. Als Hauptargument für die Zurückhaltung gilt das laufende Jahr als weiteres schwieriges für den Produktionshochlauf.
Hinzu kommt ein juristisches Risiko: Ein Berufungsurteil im Verfahren zum Absturz des Rio-Paris-Flugs von 2009 wird noch im Mai 2026 erwartet. Die Staatsanwaltschaft diskutiert mögliche Geldstrafen für den Hersteller — ein Ausgang, der die Stimmung rund um die Aktie kurzfristig zusätzlich belasten könnte.
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